Umsiedlung & landwirtschaftliche Produktionssteigerung (Bundschu, 1990)

Dr. Habil. Inge Bundschu in 1990 wrote an article on migration and increased agricultural yield in Nusa Penida. She discusses transmigration issues in the 1980s, and the potential for new crops in Nusa Penida, amongst which sorghum and vanilla. Remarks in square brackets by Godi Dijkman.

1. Einleitung

(p.46) Nusa Penida liegt in 12 km Entfernung südöstlich der Insel Bali. Das zusammen mit der Insel Lembongan 200 km2 umfassende Gebiet gehört verwaltungsmäßig zur Provinz Bali. Zeichnen sich weite Teile Javas und Balis durch ein semihumides Klima, ganzjährig wasserführende Flüsse, die zur Bewässerung für den Reisanbau nutzbar gemacht werden, sowie durch fruchtbare vulkanische Böden aus, so bildet Nusa Penida demgegenüber ein regelrechtes Kümmergebiet. Relativ geringe, insbesondere aber unregelmäßige Niederschläge sowie kalkiger Gesteinsuntergrund setzen der Landwirtschaft entscheidende Grenzen. Staatliche Entwicklungsmaßnahmen verfolgen zwei grundsätzliche Strategien: Teile der Bevölkerung Nusa Penidas werden im Rahmen staatlicher Umsiedlungsprogramme (Transmigration) auf andere indonesische Inseln umgesiedelt; das begrenzte Naturpotential wird durch Intensivierung traditioneller und die Einführung neuer Nutzpflanzen besser in Wert gesetzt. Seit der vorzüglichen landeskundlichen Darstellung von Helbig (1941) wurde Nusa Penida im geographischen Schrifttum nicht mehr berücksichtigt. Der vorliegende Beitrag skizziert die grundlegenden Entwicklungsrichtungen dieses Notstandsgebiets.

2. Physisch-geographische Grundlagen

Nusa Penida gehört zu den Kalkregionen, die sich von Süd-Java über den äußersten Süden Balis bis zur östlich von Bali gelegenen Insel Lombok erstrecken. Drei Stufen, die tafelförmig aufeinander folgen, bilden den geomorphologischen Bau Nusa Penidas. Die zentrale Hochebene liegt 400 m über dem Meer und findet im 529m hohen Bukit Mundi ihre höchste Erhebung. Im Süden fallen die Stufen steil zum Meer hin ab. Auf der mittleren Stufe und im zentralen Hochland sind die Formen des tropischen Karstes in vollendeter Weise ausgeprägt: hier sind bis zu dreißig Meter hohe halbkugelförmige Hügel, zwischen denen steilwandige Trichter und Karstwannen eingebettet sind, vorhanden.

Klimatisch gehört Nusa Penida dem wechselfeucht-tropischen Klimabereich an, der sich von Ost-Java bis Timor erstreckt. Die Jahresmitteltemperatur von 26,0°C und die jährlichen Niederschlagssummen von weniger als 900 mm sind relativ gering. Mit 4 bis 5 humiden Monaten ist Nusa Penida gerade noch dem Köppenschen Klimatypus Aw bzw. Lauer's semi-aridem Klimabereich zuzuordnen. Die Niederschlagsdiagramme der Jahre 1979 und 1980 zeigen die starken Schwankungen der Regenfälle (Abb. 1). Diese treten sowohl zwischen den Jahren als auch innerhalb eines einzigen Jahres auf. Problematisch ist, daß in vielen Monaten kein einziger Tropfen Wasser fällt, die übrigen Regenmengen in voller Stärke an wenigen Tagen niedergehen. Die Zahl der Regentage betrug 1977 42, 1978 78 und 1979 59 Tage.

Bei starkem Regen kommt es zu einem sehr schnellen Ablauf des Wassers in den Schluchten und bei geringen Regenmengen zu einem raschen Versickern. Im Binnenland gibt es keinerlei Quellen. Quellen sind am Fuße der südlichen Steilküste vorhanden, an der Nordküste wird in den größeren Schluchten Wasser durch Brunnen erschlossen.

Kein Fluß führt permanent Wasser. Intensivierungsmaßnahmen durch Kanalbewässerung
scheiden also vollkommen aus. Die Bevölkerung im Hügelland ist zur Trinkwasserbeschaffung zu Fußmärschen zwischen 2 und 15 km gezwungen.

Bis heute sind die Böden Nusa Penidas noch nicht genau erforscht. Indonesische Quellen nennen einen "braunen mediterranen Boden"

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Abb. 1: Nusa Penida (Bali): Klimadiagramme (1979/1980): 1979: Jahresmitteltemperatur: 26,0 C (schematische Darstellung); Jahresniederschlag: 802 mm; 1980: Jahresmitteltemperatur: 26,0 C (schematische Darstellung); Jahresniederschlag: 856 mm. Maßstab-Niederschläge: bis 100 mm 1: 2; über 100 mm 1:10. Entwurf: I Bundschu nach Angaben der Dinas der Provinz Bali, 1981

(Kantor Wilayah Direktorat Jenderal Transmigrasi, 1980). Es dürfte sich somit um Kalksteinbraunlehm (terra fusca), der als Endstadium der Kalksteinverwitterung unter subtropischen Bedingungen angesehen wird, handeln. Derartige Böden sind humusarm, unterliegen starken Schrumpfungs- und Quellungsvorgängen und weisen schlechten Luft- und Wasseraustausch auf. Bei heftigen Regenfällen kommt es zur Wassererosion mit intensiver Flächenspülung. An vielen Stellen ist in Nusa Penida die Bodenkrume bereits abgetragen und der nackte Kalk tritt zutage. (2) Die Karsthohlformen enthalten dagegen einen dunklen, nahezu schwarzen Boden, der von Helbig (1941) als tropische Schwarzerde bezeichnet wird. (3)

Die natürliche Vegetation - Trockensavanne - ist auf Nusa Penida weitgehend beseitigt. "Alang-alang-Gras im Hochland, das als Nachfolgevegetation auf abgebrannten Stellen im Urbusch auftritt, läßt auf einen früheren Waldbestand, der unter ehemals ausgeglicheneren Niederschlägen gestanden haben muß, schließen" (Helbig, 1941).

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Abb. 2: Nusa Penida (Bali): Bevölkerungsdichte (1980), Entwurf: I. Bundschu nach "Peta Pembangunan Desa, Kebupaten Klungkung (Bali) 1980"

(p.48) Die Möglichkeiten zur landwirtschaftlichen Inwertsetzung des natürlichen Potentials sind aufgrund der genannten Bedingungen auf Nusa Penida also äußerst begrenzt.

3. Bevölkerungsstruktur und staatliche Transmigrationspolitik

Nusa Penida ist verwaltungsmäßig dem Landkreis (kabupaten) Klungkung der Provinz Bali angegliedert, bildet aber ein eigenständiges Unteramt (kecamatan). Der Kecamatan Nusa Penida gliedert sich in 13 Verwaltungsgemeinden (desa dinas), die ihrerseits als unterste administrative Einheiten 79 Banjar (4) umfassen. 144 traditionelle Dörfer (desa adat) schneiden die letzt-genannten Strukturen.

Die Gemeinden Suana, Batununggul, Kutampi und Toyapakeh befinden sich in den schmalen Niederungen, die übrigen Gemeinden sind in hügeligen Gebieten gelegen.

Die Bevölkerung Nusa Penidas stammt aus den ehemaligen südbalinesischen Fürstentümern Bangli und Klungkung. Verbrecher, Schuldner und sonstige unbeliebte Personen wurden in früheren Zeiten von den damaligen balinesischen Fürsten lebenslänglich nach Nusa Penida (p.49) verbannt. Während der niederländischen Kolonialzeit (1912-1945) traten zahlreiche freiwillige Einwanderer hinzu. 99,5% der Bevölkerung gehören der hindu-balinesischen Religion an, nur in der Desa Toyapakeh sind etwa 250 Moslem ansässig.

Gemeinde Zahl der Haushalte Zahl der Einwohner Landwirtschaft. Nutzfl. (km2) Bevölk. dichte je km2 LN Zahl der Umsiedler 1969-1982 Anteil der Gesamtbev. (%)
  1) 2) 3)   4)  
Jungutbatu 443 2.706 3,5 773 0 0
Lembongan 625 3.152 5,4 584 312 10
Toyapakeh 46 283 0,3 943 140 43
Ped 679 3.492 18,1 193 123 4
Kutampi 1.056 5.079 22,4 227 80 2
Batununggul 749 3.849 6,3 611 158 4
Sakti 1.193 5.793 30,8 188 1.277 22
Klumpu 633 3.543 11,9 298 180 5
Batumadeg 401 1.994 12,4 161 738 37
Batukandik 715 3.826 20,2 189 137 4
Suana 1.174 6.016  25,4 240 504 8
Tanglad 417 1.801 14,2 130 40 2
Sekartaji 316 1.632 14,4 110 155 10
Gesamt 8.447 43.166 185,3 230 3.866 9

Tab. 1 Einwohnerzahlen, Landwirtschaftliche Nutzflächen und Zahl der Umsiedller auf Penida zu Beginn der 80er Jahre; Quellen: 1)-3) Kantor Desa des Kabupaten Klungkung, 1981; 4) Unterlagen des Kantor Wilayah Dir. Jend. Transmigrasi der Provinz Bali, 1982

Zu Beginn der 80er Jahre lebten 46.908 Personen im Kecamatan Nusa Penida (Kantor Statistik, 1981). Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte umfaßt damit 232 Einwohner je km2. Diese mittleren Dichtewerte werden in den nördlichen Küstenzentren weit überschritten.

Bezogen auf die landwirtschaftlichen Nutzflächen werden dort zum Teil Extremwerte erreicht: in der Desa Toyapakeh 943 EW/km2 LN, in der Desa Jungutbatu 773 EW/km2 LN (Tab. 1, Abb. 2). Man kann also aufgrund der beinahe ausschließlich vom primären Sektor geprägten Wirtschaftsstruktur, welche wegen der skizzierten natürlichen Bedingungen mit sehr hohen Risiken behaftet ist, von einer Übervölkerung sprechen.

Die Bevölkerungsentwicklung verlief auf Nusa Penida weit weniger explosiv als in Java oder (p.50) Bali. 1923 lebten auf Nusa Penida 20.475 Personen. Für die Jahre 1930 und 1937 werden 26.500 bzw. 30.000 Einwohner angegeben (Helbig, 1941). Somit hat sich die Bevölkerung innerhalb von 50 Jahren nicht einmal verdoppelt, wohingegen sie sich in Bali in einem Zeitraum von 70 Jahren verdreifachte. Hauptursachen für das relativ geringe Bevölkerungswachstum sind auf Nusa Penida hohe Sterberaten, aber auch Umsiedlungen. Die Geburtenrate war zu Beginn der 80er Jahre trotz Familienplanungsprogrammen immer noch recht hoch. So belief sich der Anteil der bis zu 14 Jahre alten Kinder auf 40% der Gesamtbevölkerung, ältere Menschen über 50 Jahre umfaßten nur noch 13% (Kantor Statistik, 1981).

Damit stehen rund 26.000 Personen im erwerbsfähigen Alter als Arbeitskräftepotential zur Verfügung. 93% der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt, wovon sich zwei Drittel vorrangig dem Ackerbau und ein Drittel der Viehzucht widmen. In den nördlichen Küstenorten sind hauptberufliche Fischer ansässig, die 6% der Erwerbstätigen umfassen. Lediglich 1% geht außerlandwirtschaftlichen Beschäftigungen - als Handwerker, Arbeiter, Händler, Angestellter/Beamter - nach.

Nach amtlichen Schätzungen sollen lediglich 14.000 Personen regelmäßig einem Broterwerb nachgehen, etwa 12.000 Menschen sollen dauernd arbeitslos sein. Jedoch tritt im ländlichen Raum, der beinahe ausschließlich von der Landwirtschaft geprägt ist, kaum offene Arbeitslosigkeit zutage. Es handelt sich vielmehr um eine gravierende Unterbeschäftigung, da immer mehr Menschen - Familienangehörige - in der Landwirtschaft untergebracht werden.

Umsiedlungsmaßnahmen zur Reduzierung des Bevölkerungsdrucks reichen auf Nusa Penida bis in die niederländische Kolonialzeit zurück. Grader (o.J., S. 26 f.) berichtet, daß im Jahre 1935 ein akuter Nahrungsmangel auf Nusa Penida eintrat. Die Niederländer waren der Meinung, daß die Bevölkerung ohne äußere Hilfe nicht in die Lage versetzt werden könnte, ihrer Not abzuhelfen. Ein Teil der besonders hart betroffenen Familien in Nusa Penida wurde nach West-Bali, in die Landkreise Tabanan und Jembrana umgesiedelt. Im Kecamatan Mendoyo/Kabupaten Jembrana wurden Waldflächen urbar gemacht und 3.000 ha Land an 300 Familien aus Nusa Penida vergeben. In diesen Gebieten befanden sich zu dieser Zeit bereits eine Anzahl Siedler aus Penida (Grader o.J.).

Ab 1953 wurden die Umsiedlungsmaßnahmen von indonesischer Regierungsseite weitergeführt. Im Rahmen groß angelegter Transmigrationsprogramme sollen Familien aus den dicht besiedelten Gebieten Java, Bali und Lombok auf den dünn bevölkerten Inseln Sumatra, Kalimantan (Borneo) und Sulawesi (Celebes) eine neue Heimat finden. Es wird u.a. zwischen "Allgemeiner Transmigration", bei der die Kosten vom Staat getragen werden und "Spezieller Transmigration", bei der die Initiative von den Umsiedlungswilligen selbst ausgeht, unterschieden.

Zwischen 1953 und 1968 haben rund 2.000 Personen aus Nusa Penida ihre Heimat verlassen. Verstärkte Bemühungen im Rahmen der Fünfjahrespläne (REPELITA) brachten zwischen 1969 und 1982 eine Abwanderung von weiteren 4.000 Personen. (5) Die Umsiedlungsquote an der heutigen Gesamtbevölkerung Nusa Penidas beträgt damit 13% und ist wesentlich höher als in Bali, wo seit 1953 lediglich 4% der heutigen Gesamtbevölkerung transmigrierten. (6) Zielgebiete für die Transmigranten aus Nusa Penida bilden Sulawesi und untergeordnet Sumatra. In den kommenden Jahren dürfte die Zahl der Transmigranten aus Nusa Penida stark ansteigen. Das Direktorat Jenderal Transmigrasi der Provinz Bali teilt die Haushaltungsvorstände in drei Gruppen ein: a) Familien, die unbedingt transmigrieren wollen und bereits einen Antrag gestellt haben; b) Familien, die gerne transmigrieren würden, aber noch keinen Antrag gestellt haben; c) Familien, die keinerlei Interesse an einer
Transmigration haben.

In einigen Gemeinden Nusa Penidas wurden vom Direktorat Jenderal Transmigrasi für die verschiedenen Gruppen folgende Werte ermittelt (Kantor Wilayah Direktorat Jenderal Transmigrasi, 1980): Gruppe a): 30%; Gruppe b): 40%; Gruppe c): 30%. Sollten die Transmigrationsbestrebungen realisiert werden können, so bedeutet dies, daß sich
Nusa Penida in den kommenden Jahren regelrecht „entleeren" dürfte.

Nach der Aufstellung der Pläne für das Transmigrationsprogramm auf Provinzebene, werden Verteilungen unter den Kabupaten vorgenommen. Auf Kabupaten-Ebene werden Prioritätsgebiete (p.51) für die Transmigration festgelegt, bei denen folgende Faktoren berücksichtigt werden: - Gebiete, in denen sich Naturkatastrophen ereignet haben; Gebiete mit einem sehr niedrigen Entwicklungsstand; Gebiete mit ungünstigen natürlichen Bedingungen, die der Landwirtschaft entscheidende Grenzen setzen; fruchtbare Gebiete mit sehr dichter Besiedlung.

Die endgültigen Teilnehmer werden vom Direktorat Jenderal Transmigrasi ausgewählt. Hauptmotivatoren für die Transmigration sind die Gemeindevorstände, manchmal auch transmigrierte Verwandte und Bekannte. Informationsvermittlung durch Transmigrationsbeauftragte, deren Zahl sehr begrenzt ist, und durch Massenmedien scheiden in Nusa Penida weitgehend aus. Der größte der Einwohner ist der indonesischen Sprache nicht mächtig und spricht überdies einen balinesischen Dialekt, der selbst von den Balinesen aus Bali kaum verstanden wird. Fehlende indonesische Sprachkenntnisse bilden einen entscheidenden Hinderungsgrund für die Transmigration überhaupt.

4. Wirtschaftsstruktur - 4.1. Landwirtschaftliche Entwicklungsmaßnahmen

Die landwirtschaftlichen Nutzflächen auf Nusa Penida umfassen 18.500 ha, d. h. 92% der Gesamtfläche. Davon entfallen den Anbau von einjährigen Gewächsen und Kassave 79% auf Dauerkulturen 6% und auf die Anbauflächen von Futterpflanzen 15%. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen können nicht mehr auf bisher unerschlossene Gebiete ausgedehnt werden. Nur die Intensivierung der Flächen, die aufgrund der Bodenverhältnisse bisher nur sehr extensiv bewirtschaftet werden können, durch Einsatz ertragssteigernder Produktionsmittel und die Wahl geeigneter Nutzpflanzen bilden eine Möglichkeit (Abb. 3).

Die Entwicklungsmaßnahmen in der Landwirtschaft liegen auf Nusa Penida auf folgenden Gebieten: Intensivierung der Grundnahrungsmittelproduktion; Entwicklung von Dauerkulturen; Steigerung der Viehfutterproduktion; Steigerung der Viehzucht.

Wichtigstes Grundnahrungsmittel bildet der Mais. Hinzu treten Kassave und in geringem Umfang unbewässerter Reis. Von Bedeutung sind ferner Erdnüsse.

Die einzelnen Parzellen der Regenfeldbauflächen (tegalan) werden auf Nusa Penida in der Regel durch verschiedene Gewächse genutzt. Diese Mischkulturen werden "tumpang sari" genannt. Das Bodennutzungsmuster wird durch den Pflanzenabstand der einzelnen Kulturen bestimmt. Zwei Formen sind zu unterscheiden: Werden Mais, Kassave und Erdnüsse mit Trockenreis angebaut, tragen die Abstände folgende Werte: Reis 0,25 x 0,25 m; Mais 1,0 m x 1,5 m, Kassave 1,0 m x 1,5 m; und Erdnüsse 1,0 m x 1,0m.

Werden die genannten Kulturen nicht im Wechsel mit Trockenreis angepflanzt, ergeben sich folgende Werte: Mais 0,5 m x 0,5 m; Kassave 1,0 m x 1,5 m und Erdnüsse 0,5 m x 0,5 m.

Der auf Nusa Penida traditionell betriebene Maisanbau wurde seit 1981 im Rahmen staatlicher Intensivierungsmaßnahmen (BIMAS-Programme) gefördert. (7) Von der insgesamt vorhandenen 5.600 ha großen Maisfläche, welche 38% der gesamten Anbauflächen für Grundnahrungsmittel auf Nusa Penida umfaßt, wurden 2.589 ha, die von 5.634 landwirtschaftlichen Betrieben bewirtschaftet wurden, in die Intensivierungsmaßnahmen einbezogen. Durch den Einsatz hochertragreicher Maissorten konnten die Erträge beachtlich gesteigert werden und umfassen zwischen 0,9 t und 2,4 je ha. Sie liegen allerdings wesentlich niedriger als in Bali, wo die Produktion von 3,5 t im Jahre 1969 auf 4,5 t im Jahre 1981 gesteigert werden konnte (Bundschu, 1987c). Auch in Ostjava, einem Gebiet, das zu den größten Maisanbaugebieten der Welt zählt, haben sich die Erträge von 1,0 t auf 4,0 t je ha erhöht (Montgomery, 1981).

Die sensationellen Ernteerträge auf Nusa Penida dürfen jedoch nicht darüber hinweg täuschen, daß verschiedene Probleme ungelöst sind. Die klimatischen Risiken sind sehr hoch: 1981/82 wurden 1/5 der intensivierten Maisflächen zerstört. Die Weiterleitung von Krediten und die rechtzeitige Lieferung von Mineraldünger ist nicht gewährleistet. So konnte in der Ernteperiode (p.52) 1981/82 nur ein Drittel der vorgesehenen Kredite für den Maisanbau bereitgestellt werden.

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Abb. 3: Nusa Penida (Bali): Bodennutzung (1980); Quelle Direktorat Dept. Negari (1980); Kartographie: R.Grünberg

Als eine vollkommen "neue" Nutzpflanze, die in anderen Gebieten Indonesiens fremd ist und auch nicht auf den trockenen östlichen Kleinen Sunda-Inseln angepflanzt wird, wurde seit Mitte der siebziger Jahre das Sorghum eingeführt. Durch seine große Hitzeresistenz und relativ geringen Wasseransprüche ist es den Verhältnissen auf Nusa Penida angepaßt. Durch Zugabe von Mineraldünger konnten sich die Erträge gegenüber ungedüngten Sorghum-Flächen verzehnfachen und betrugen 1,5 t je ha. Die Bevölkerung hat sich bis zu einem gewissen Grad mit der Hirse angefreundet, jedoch wird Mais nach wie vor vorgezogen. Große Probleme bestehen auch darin, daß Sorghum nicht lange gelagert werden kann. Da die Verkaufserlöse ähnlich niedrig wie bei Kassave sind und nur ein Drittel des Preises für Mais pro kg erzielen, wird Sorghum selten verkauft und dient aus den genannten Gründen auch nur zum unmittelbaren Verzehr.

Im Rahmen nationaler Intensivierung zur Erweiterung, Rehabilitierung und Ausdehnung von Handelsgewächsen (PRPTE) wird die Entwicklung (p.53) von Dauerkulturen forciert. Die in Indonesien heimischen und überall verbreiteten Kokospalmen haben auch auf Nusa Penida Tradition, beschränken sich jedoch auf die nördlichen und Östlichen Küstenregionen und umfaßten eine Fläche von 800 ha (Abb. 3). Eine bedeutende neue Kultur, die auch in Bali ab 1974 eingeführt wurde, bildet der Kaschubaum (anacardium occidentale). Er stellt geringe Ansprüche an die Boden- und Klimabedingungen und kann bereits ab einer Niederschlagsmenge von 500 mm und bis in 600 m Höhe gedeihen. 1979 betrug das Gesamtareal der Kaschubäume auf Nusa Penida 3.877 ha, fiel im Jahre 1980 jedoch auf 2.550 ha zurück. 7.286 Betriebe hatten diese neue Kultur bereits gepflanzt (Dinas Perkebunan, 1981). Ebenso wie Kokospalmen bilden auch Kaschubäume keine Monokulturen, sondern die entsprechenden landwirtschaftlichen Nutzflächen werden durch Unterbau zusätzlich genutzt. Pro ha stehen 200 Kaschubäume im Abstand von 5 x 10 Die Produkte des Kaschubaums - Nüsse, Öl, Fleisch der Scheinfrüchte - sind nicht nur als Nahrungslieferanten, sondern auch in der Farben- und Kunststoffindustrie vielseitig verwertbar. Aber bisher verfügen weder die Bauern auf Nusa Penida noch jene auf Bali über das nötige Wissen, um die entsprechenden Aufarbeitungsprozesse selbst vornehmen zu können. Dies wird durch Aufkäufer aus Zentral-Java übernommen, wobei die üblichen Handelspreise entscheidend gedrückt werden können.

Pläne seitens des zuständigen Landwirtschafsamts bestehen ferner, die seit 1974 auf Bali angepflanzte Vanille auch auf Nusa Penida einzuführen. (8) Ein großer Vorteil von Vanillepflanzungen besteht darin, daß keine zusätzlichen - auf Kosten von Grundnahrungsmittelkulturen gehenden - landwirtschaftlichen Nutzflächen benötigt werden, sondern daß Vanille als Mischkultur mit Kokospalmen und Kaffee angebaut wird. Geeignetere Gebiete für den Vanilleanbau liegen auf Nusa Penida in der nördlichen und Östlichen Küstenzone, im Bereich der bestehenden Kokospflanzungen. Trotz der vielfältigen Probleme, mit denen diese Exportkultur behaftet ist - Pflanzung, Ernte, Aufarbeitung, Vermarktung - kann durch sie das Betriebseinkommen sensationell gesteigert werden. Ein Vanillebetrieb erzielt das Zehnfache des Einkommens einer Kokospflanzung der selben Größe und den hundertfachen Erlös eines Betriebes, der Kassave anpflanzt (Bundschu, 1987 b).

Die bisherigen Ausführungen haben gezeigt, daß die Zahl geeigneter Nutzpflanzen aufgrund ungünstiger natürlicher Bedingungen und fehlender Bewässerungsmöglichkeiten auf Nusa Penida begrenzt ist. Dennoch wurden durch die Einführung neuer Gewächse - Sorghum, Kaschubäume - und durch die Intensivierung des Maisanbaus nicht unbeachtliche Erfolge erzielt. In diesen Beziehungen ergeben sich jedoch innerhalb Nusa Penidas starke Disparitäten. Zu Beginn der 80er Jahre beschränkten sich die genannten Maßnahmen vorrangig auf die nordöstlichen Gemeinden Batununggul, Suana, Ped und Kutampi, wohingegen die Dorfbewohner der höher gelegenen Gebiete nach wie vor ein erbarmungswürdiges Dasein führten.

Zur Wiederherstellung einer schützenden Vegetationsdecke als Erosionsschutz und zur Steigerung der Futterproduktion werden kombinierte Maßnahmen durchgeführt. Es wird die Herstellung eines Gleichgewichts zwischen futterwürdigen Gehölzen - u.a. Sesbania Grandiflora - und Grasflora angestrebt.

Bei der tierischen Produktion haben vor allen Dingen Rinder eine große Bedeutung. Bei einem Bestand von 18.000 Rindern auf Nusa Penida entfallen damit zwei Stück Rindvieh auf einen Betrieb. Rinder dienen mit jährlich etwa 1.000 Stück neben Fisch als Hauptausfuhrprodukt. Daneben wird mit Ausnahme der Moslem-Siedlung Toyapakeh noch Schweinezucht betrieben.

Zur Beurteilung des Einkommens auf Nusa Penida müssen noch die Betriebsgrößenstrukturen in Betracht gezogen werden. Im Jahre 1980 waren 9.231 landwirtschaftliche Betriebe im Kecamatan Nusa Penida vorhanden (Kantor Statistik, 1981). Bezogen auf die landwirtschaftliche Nutzfläche ergibt sich eine durchschnittliche Betriebsgröße von 2,00 ha. Jedoch zeigt Tab. 2, daß beinahe die Hälfte der Betriebe kleiner als 0,50 ha ist und ein Fünftel sogar 0,25 ha unterschreitet. 69% der Betriebe bewirtschaften nur Eigenland, 19% pachten zum Eigenland agrare Nutzflächen hinzu und 12% der Betriebe bearbeiten nur Pachtland. Als Pachtbetriebe sind in indonesischen Statistiken jedoch vorrangig solche mit Festpachtverträgen ausgewiesen. Die in der Regel nur mündlich abgeschlossenen Teilpacht- und Teilbauverträge, die für große Teile der Bevölkerung in Bali und Java die einzige Möglichkeit für den Zugang zum Produktionsfaktor Boden bilden, werden kaum erfaßt. Die Zahl der Vollpachtbetriebe (p.54) dürfte damit auch auf Nusa Penida wesentlich höher sein.

Betriebsgrößen (ha) Eigenlandbetriebe (%) Zupachtbetriebe (%) Vollpachtbetriebe (%) Gesamtzahl der Betriebe (%)
kl. 0,25 1,473  91 24 1 126 8 1.623 100
0,25-0,50 1,565 68 380 16 361 16 2.306 100
gr. 0,50 3,370 64 1.333 25 599 11 5.302 100
Gesamt 6,408 69 1.737 19 1.608 12 9.231 100

Tab. 2 Betriebsgrößen und Betriebsformen im Kecamatan Nusa Penida (1980); Quelle: (12) Kantor Statistik, 1981

Das Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe ist im Durchschnitt äußerst gering: Die mittleren Hektarerträge umfassen bei Erdnüssen 0,2 t/ha, bei Kassave und Mais jeweils etwa 1,5 t/ha. Die üblichen Verkaufserlöse betrugen 1981 Rupiah 350 je kg Erdnüsse, Rupiah 30 je kg Kassave und Rupiah 105 je kg Mais (9). Daraus ergibt sich jährlich für einen 0,50 ha großen Betrieb ein Rohertrag von jeweils Rupiah 30.000 bei Erdnüssen und Kassave und von Rupiah 78.750 bei Mais. Diese Roherträge müssen vermindert werden um Ausgaben für Betriebsmittel, Verzinsung des BIMAS-Kredits, Bodensteuer sowie Arbeits- und Gerätekosten. Für die Nahrungssicherung einer 5-köpfigen Familie waren im Jahre 1981 jährlich 120.000 Rupiah Reisäquivalent erforderlich! (Bundschu, 1985). Legt man zugrunde, daß viele Betriebe auf Nusa Penida kleiner als 0,50 ha sind, daß Ernteabgaben im Rahmen von Pachtvereinbarungen geleistet werden müssen, ferner eine intensive Bewirtschaftung der Parzellen wegen der problematischen Böden an vielen Stellen nicht möglich ist und damit die Ertäge oft niedriger sind, so wird ersichtlich, daß ein Großteil der Bevölkerung in absoluter Armut lebt. Die Lebensbedingungen der Agrarbevölkerung auf Nusa Penida werden künftig davon abhängen, inwieweit die Produktion von Mais und Kaschubaumkulturen weiterhin gesteigert und auch auf die übrigen Gebiete Nusa Penidas ausgedehnt werden kann.

4.2 Fischereiwirtschaft

An der Nordküste Nusa Penidas wird Küstenfischerei betrieben. In den Gemeinden Suana, Batununggul, Ped, Kutampi, Toyapakeh sowie in Jungutbatu und Lembongan sind etwa 1.200 hauptberufliche Fischer ansässig. 20% der Bevölkerung sollen außerdem nebenberuflich dem Fischfang nachgehen. Die benützten Geräte sind äußerst einfach und nur wenige Fischer verfügen über motorisierte Boote, welche jedoch wegen hoher Benzinpreise selten benutzt werden. Die Preise für Fisch fluktuieren außerordentlich und können von Monat zu Monat um 100% steigen und fallen. Der Verkauf erfolgt in der Regel an Aufkäufer aus Bali, die zumeist aus dem Ort Kusambe im Kabupaten Klungkung stammen. Vielfältige Beziehungen bestehen zwischen den Fischern und Händlern. In der Regel treten die Fischhändler gleichzeitig als Geldverleiher auf und gewähren kleinere Kredite in der Größenordnung von Rupiah 2.000 - 3.000. Die geborgte Summe muß hoch verzinst werden und wird vom Erlös aus der Fischernte abgezogen. Preise für Fisch hängen weitgehend von den Fangzeiten ab. So sind beispielsweise im August recht hohe Fänge zu verzeichnen. Je mehr Fisch auf den Markt drängt, desto mehr sinken die Preise. Ein Stück Fisch erzielt normalerweise Rupiah 75 bis Rupiah 100. Der Preis kann jedoch auf Rupiah 5 pro Stück sinken, da Kosten für Transport sowie Aufarbeitung / Trocknung berechnet und ferner die geliehenen Geldsummen noch abgezogen und verzinst den müssen (Gespräche der Verfasserin mit einigen Fischern in Batununggul, 1983).

(p.55) Die ländliche Bevölkerung scheut den bürokratischen Weg der Kreditaufnahme bei der Bank. Landlose erhalten überdies wegen fehlender Sicherheiten keine Kredite. Zur Minderung der Abhängigkeit und der finanziellen Verluste der Fischer wären leistungsfähige Fischereikooperativen zweifellos von großer Bedeutung. Zu Beginn der 70er Jahre wurden in ganz Indonesien ländliche Dorfeinheitsgenossenschaften (koperasi Unit Desa/KUD) auf der Ebene eines Kecamatan mit der Aufgabe der Verarbeitung Vermarktung von Agrarprodukten gegründet. Von der KUD "Segara Windu" auf Nusa Penida erhoffte man sich vor allem die Lösung der Probleme Fischaufarbeitung und Fischvermarktung. Sie konnte jedoch diese Aufgaben nicht erfüllen und beschränkte ihre Aktivitäten auf die Weiterleitung von Fischereigeräten. Die im Rahmen der BIMAS-Programme gewährten institutionellen Agrarkredite, die seit 1980 auch Kredite für Fischer umfassen, könnten entscheidend zur Verbesserung der betrieblichen Situation der Fischer beitragen. Da viele Fischer jedoch weiterhin zur Aufnahme von nicht-zweckgebundenen Geldern gezwungen sein werden, werden sie weiterhin von den Aufkäufern abhängen. Aus dieser Abhängigkeit heraus wird diesen der Vorzug bei der Fischvermarktung gegenüber der Koperasi Unit Desa gegeben. Deswegen wird auch die KUD Segara Windu, die 1980 nur 300 Genossen große Schwierigkeiten haben, Mitglieder zu gewinnen. Denn es zeigte sich, daß auch balinesische Landwirte den modernen Genossenschaften nur dann beitreten, wenn sie einen direkten konkreten Nutzen aus deren Aktivitäten für sich erkennen können. Darüber hinaus ist bei den Bauern in abgelegenen Gebieten eine völlige Unklarheit über Sinn und Zweck der Koperasi Unit Desa festzustellen (Bundschu, 1987c). Auch auf Nusa Penida bedarf es auf diesem Gebiet noch sehr großer Aufklärungsarbeit.

4.3 Sonstige wirtschaftliche Aktivitäten

Ein industriell-gewerbliches Arbeitsplatzangebot ist kaum vorhanden. Zu Beginn der 80er Jahre gab es auf Nusa Penida 27 Betriebe, die insgesamt 141 Arbeitskräfte beschäftigten. Sie stellen Dachziegel, Backsteine und Zement her. In Jungutbatu widmen sich ca. 80 Personen der Meersalzgewinnung (Kantor Statistik, 1981). Daneben wird in bescheidenem Umfang in Heimarbeit die Herstellung von Nahrungsmitteln und Stoffen betrieben. Den genannten Erwerbszweigen gilt auch künftig größte Priorität. Daneben wäre es von größtem Vorteil, Arbeitsfelder in den der landwirtschaftlichen Produktion nachgelagerten Arbeitsprozessen zu eröffnen. Dazu zählt beispielsweise die Befähigung der Bauern, die Aufarbeitung der Kaschunüsse und ggf. künftig der Vanille selbst vornehmen zu können. Dagegen dürften Bemühungen zur Herstellung von Gütern für den etwas gehobeneren Bedarf aufgrund des fehlenden Know-how, der Kapitalknappheit und der geringen Kaufkraft der Bevölkerung einerseits und unzulänglicher Vermarktungssysteme, ungenügender Verkehrsverbindungen und fehlender Transportmittel andererseits in naher Zukunft kaum Aussicht auf Erfolg haben.

5. Schlußbetrachtung

In diesem Beitrag wurde versucht, grundlegende Entwicklungen einer indonesischen Insel aufzuzeigen, über die recht wenig bekannt ist. Dabei wurde eine bewußte Beschränkung des Stoffs auf die wesentlichen Gesichtspunkte vorgenommen. Detailliertere Aspekte entwicklungspolitischer Probleme sowie sozioökonomische Auswirkungen in ihrer regionalen und schichtenspezifischen Differenzierung konnten nicht behandelt werden. Abschließend bleibt noch folgendes festzuhalten: Nusa Penida weist eine recht lange Besiedlungsgeschichte auf und verfügt über eine eigene Kultur und gewachsene Strukturen (Vgl. Grader 1937, Korn 1944). Aus diesem Grund werden Transmigrationsmaßnahmen, deren Beitrag zur Bevölkerungsreduzierung und damit zur Schaffung einer günstigeren Lebensqualität in einem gegebenen Raum sicherlich nicht unerheblich ist, nur ein Teil der entwicklungspolitischen Maßnahmen bleiben können. Es gilt, die vorhandenen Potentiale zu nutzen und mit Instrumenten der angepaßten Technologie und geeigneter sozioökonomischer Organisationsformen zu verbessern.

Die geschilderten Bemühungen im landwirtschaftlichen Bereich bei der Intensivierung traditioneller Gewächse und dem Einsatz neuer Kulturpflanzen, der Steigerung der Grünfutterflächen und der tierischen Produktion, bilden bereits beachtliche das karge Naturpotential in Wert zu setzen. Genossenschaftliche Arbeit könnte zur Entwicklung der Vermarktung, die auf Nusa Penida wegen seiner abseitigen geographischen Lage mit besonderen Problemen behaftet ist, entscheidend beitragen.

Für die vielfältigen Aufgaben, die in den kommenden Jahren zu lösen sind, bilden Beratungsdienste (p.56) eine grundlegende Voraussetzung. Bei deren Durchführung entstanden aufgrund der Sprachschwierigkeiten zwischen Balinesen und der Bevölkerung Nusa Penidas bisweilen große Probleme. Das in den letzten Jahren auf Nusa Penida stark forcierte Schulwesen dürfte diese künftig wesentlich vermindern.

Anmerkungen

  • 1) siehe hierzu Helbig (1941)
  • 2) Größere Bodenerosionsflächen sind auch auf Abb.3 deutlich erkennbar.
  • 3) In der neueren bodenkundlichen Literatur wird die Fruchtbarkeit tropischer Schwarzerden - Vertisole/Grumusole - revidiert. Der Humusgehalt ist sehr gering und die dunkle Farbe stellt sich aufgrund der Tonmineralbildung dieser Böden ein.
  • 4) Ein Banjar umfaßt Familien, deren Wohngehöfte nahe beieinander liegen. Die verheirateten Männer sind Mitglieder der Banjarvereinigung dem Beratungs- und Beschlußfassungsorgan eines Banjar.
  • 5) Diese Angaben umfassen nur jene Umsiedler, die im Rahmen der "Allgemeinen Transmigration" transmigrierten. Nach Angaben des Direktorat Jenderal Transmigrasi der Provinz Bali sind "Spontane Transmigranten" aufgrund der sehr begrenzten Mittel der Umsiedlungswilligen auf Nusa Penida äußerst selten.
  • 6) Einer der Gründe für die geringe Bereitschaft der Balinesen zur Transmigration bildet der Naßreisanbau. Dies gilt selbst für solche Bauern, die winzige Felder unter ungünstigen Pachtvereinbarungen bearbeiten (Bundschu 1985, Bundschu 1987a).
  • 7) BIMAS = bimbingan massal: Anleitung der Massen. BIMAS-Programme beinhalten den Einsatz hochertragreicher Sorten, landwirtschaftliche Beratung und die Vergabe von Krediten zur Beschaffung von Mineraldünger und Schädlingsbekämpfungsmitteln. Im Rahmen des "Vervollständigten BIMAS" (BIMAS yang disempurnakan) wurden seit den 70er Jahren agrarökonomische Gebietseinheiten geschaffen. Verschiedene Institutionen stellen Fazilitäten für die dort wirtschaftenden Bauern bereit: landwirtschaftliche Lehrbeauftragte unterrichten in Bauerngruppen (kelompok tani) zusammengeschlossenen Landwirte; die indonesische Volksbank (BRI) vergibt Kredite; auf Kecamatan-Ebene gegründete Genossenschaften (Koperasi Unit Desa/KUD) übernehmen die Aufarbeitung und Vermarktung von Agrarprodukten; ferner obliegt den KUD auch die Weiterleitung von landwirtschaftlichen Betriebsmitteln.
  • 8) Vanille wird seit Beginn des 19. Jahrhunderts auch auf Java gepflanzt. Hauptlieferant der Weltvanilleproduktion ist Madagaskar mit 71%. Indonesien folgt mit 18% an zweiter Stelle.
  • 9) Rupiah 100: DM 3,70 (1981)

Literatur

  • BAPPEDA/Propinsi Bali (1976): Perencanaan pembangunan wilayah Nusa Penida. Denpasar/Bali (mimeo)
  • BAPPEDA/Propinsi Bali (1977): Konsep rencana induk pengembangan regional Bali 1977-2000. Denpasar/Bali (mimeo)
  • Bundschu, I. (1985): Probleme der agraren Grundbesitzverfassung auf Bali/Indonesien. Hamburg. (= Mitteilungen des Instituts für Asienkunde, Band 143)
  • Bundschu, I. (1986): Bedeutung und Probleme der Landpacht auf Bali (Indonesien). In: Zeitschrift für Agrargeographie, H.3, S.262-289
  • Bundschu, I. (1987a): Aspekte des Migrationsverhaltens bei Jugendlichen auf Bali (Indonesien). In: Asien, H.1, S.43-61
  • Bundschu, I. (1987b): Das grüne Gold: kleinbäuerliche Vanilleproduktion auf Bali (Indonesien). In: Der Tropenlandwirt, S.97-111
  • Bundschu, I. (1987c): Kooperation und landwirtschaftliche Entwicklung auf Bali/Indonesien. Hamburg. (= Mitteilungen des Instituts für Asienkunde, Band 165)
  • Dinas Perkebunan (1981) / Propinsi Bali: Data Statistik perkebunan rakyat di Bali, tahun 1980 Denpasar/Bali (mimeo)
  • Grader, C.J. (1937): Dorpsbestuur en tempelbeheer op Noesa Penida. In: Djawa XVII, S.372-391
  • Grader, C.J. (o.J.): Nota van toelichtingen betreffende het in te stellen zelfbesturend landschap Jembrana. O.O., o. J. (ca. 1938). (mimeo)
  • Helbig, K. Nusa Penida. Eine tropische Karstinsel. In: Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft Hamburg, S.393-409
  • Kantor Statistik/Propinsi Bali (1981): Sensus Penduduk Bali, Denpasar/Bali (mimeo)
  • Kantor Wilayah Direktorat Jenderal Transmigrasi/Propinsi Bali (1980): Penelitian sosial ekonomi daerah asal transmigrasi di daerah kritis Kecamatan Nusa Penida, Kabupaten Klungkung, Propinsi Bali, Denpasar/Bali (mimeo)
  • Korn, V.E. (1944): Noesa Penida. In: Cultureel Indië VI, S.97-109.
  • Montgomery, R. (1981): Maize Yield Increases in East Java. In: Bulletin of Indonesian Economic Studies, XVII, No. 3, S. 74-85.

Source

  • Bundschu. Dr. Inge - Umsiedlung und landwirtschaftliche Produktionssteigerung auf Nusa Penida (Indonesien), in: "Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie Jg. 34 (1990) Heft 1, S.46-56 Frankfurt a.M.

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