Über die Vögelwelt von Noesa Penida (Meise, 1941)

German ornithologist Wilhelm Meise (1901-2002) describes and analyses a bird collection by Baron Viktor von Plessen who visited Nusa Penida in February and March 1938 in an article called 'About the Bird Population of Noesa Penida near Bali' (Über die Vogelwelt von Noesa Penida bei Bali), published in 1941.

meise-image1-346In great detail, Meise writes about 53 bird species of a total of 177 bird skins. Of the 41 breeding birds on the island, three are endemic: Elegant Pitta (Pitta versicolor), Black-naped Monarch (Hypothymis azurea penidae) and Glossy Swiftlet (Collocalia esculenta plesseni); seven species (families) find their western border and 11 species (families) find their eastern border on Nusa Penida, within the region of the Greater Sunda Islands. This sheds new light on the positioning of the Wallace line, traditionally thought to divide Nusa Penida from Lombok. For summarised details, see here. A full translation of below German article is forthcoming.

Image 1 (left): Noesa Penida und seine Lage zwischen Bali und Lombok (nach dem Atlas van Tropisch Nederland, 1938)

A. Einleitung

(p.23) Die Lombokstrasse zwischen Bali und Lombok gilt seit Wallace als scharfe tiergeographische Schranke, denn gross ist die Zahl der Vogelformen aus den verschiedensten Ordnungen, die von Westen oder Osten her über die Strasse nicht hinausgekommen sind. Die Vogelwelt der westlich derselben gelegenen Inseln Bali und Java ist viel formenreicher als die der östlich anschliessenden Kleinen Sunda-Inseln. Jene ist so gut wie rein indomalayisch, während im Osten zunächst einige, weiter nach Osten zu immer zahlreichere papuasisch-australische Elemente auftreten. Die scharfe faunistische Grenze zwischen Bali und Lombok bildet einen Teil der Wallace'schen Linie, der viel behandelten Grenzscheide zwischen dem indo-malayischen und dem australisch-papuasischen Gebiet, dessen Westteil (Klein Sunda-Inseln (...?)

(info missing...)

(p.346) Celebes, Molukken) man neuerdings als indo-australisches Zwischengebiet oder Wallacea bezeichnen hat.

Die Wallace'sche Linie lässt man zwischen Bali und Lombok der grössten Meerestiefe folgen, die 1300 m erreicht. Die kleine Insel Noesa Penida, die vor der Südostküste Bali liegt, und zwar dichter bei Bali als bei Lombok, lässt nach ihrer Lage auf eine balinesische Tierwelt schliessen, liegt doch tiefe Meeresrinne östlich von (p.347) Penida, beträgt doch der Abstand nach Lombok hinüber 21 km, nach Bali (von der unmittelbar vorgelagerten Insel aus gemessen) dagegen nur 9 km.

Zu dieser Annahme wollte es freilich nicht recht passen, dass auf Noesa Penida der Kakadu nistet, wie Stresemann (1913, p.335) in Erfahrung brachte, ohne sich infolge der ungünstigen Schiffverbindungen von der Richtigkeit dieser Behauptung überzeugen zu können.

Seit Stresemann Bali-Expedition 1911 sind 27 Jahre vergangen, bis Penida endlich von einem Sammler besucht wurde. Auf seine Anregung reiste Baron Viktor von Plessen am 21. Februar 1938 mit seiner Gattin und vier malayischen Präparatoren von bali nach Sampalan an der Nordküste von Noesa Penida und durchquerte am Ankunftstag den grössten Teil der Insel, um ein Standquartier nicht weit von der Südküste in dem Dorf Batoekandik zu beziehen. Bei und in diesem Ort wurde bis zum 4. März, anschliessend einige Tage im Nordwesten der Insel bei Sakti und auf der kleinen vorgelagerten Insel Tjeningan gesammelt. Am 12. März wurde die Rückreise nach Bali angetreten.

Die Ausbeute betrug 177 Vogelbälge, darunter 17 von Tjeningan, und eine Anzahl Säugerbalge und Landmollusken. Die Bearbeitung der Vögel wurde mir von Herrn Professor Dr. Erwin Stresemann anvertraut, dem ich dafür und für wertvolle Hilfe beim Vergleich herzlich danke. Durch Entleihung von Material hat mich in dankenswerter Weise auch Herr Dr. Junge (Leiden) unterstützt, und dem Forscher selbst bin ich für seine Reiseschilderung und sonstige Auskünfte sehr verbunden.

meise-cover-00B. Zur Geographie der Insel

Image right: Journal für Ornithologie, 89. Jahrgang, Heft 4, Oktober 1941; Berlin 1942 (cover)

Noesa Penida (s. Abb. 1) liegt unter 8° 45' südlicher Breite und 115° 33' östlicher Länge südöstlich von Bali. Von Bali ist die Haupt-insel nur 11 bis 12 km, das im Nordwesten vorgelagerte Inselchen Lembongan sogar nur 9 km entfernt. Die Entfernung zwischen Noesa Penida und dem in die Lombokstrasse vorspringenden Zipfel von Lombok beträgt 21 km, während weiter im Norden die Entfernung von Bali bis Lombok 33 km misst. Dabei liegt die Ostspitze Balis östlicher als ganz Penida. Die Meeresstrasse, welche Penida und Bali trennt, heisst Badoeng-Strasse, ihre Breite beträgt 12 bis 20 km, ihre grösste Tiefe ist mir nicht bekannt (tiefer als 210 m). Der Zwischen Bali und Lombok eingeschobene Meeresarm heisst Lombok-Strasse; er ist im Norden in 15 km Breite mehr als 1000 m, östlich von Penida (p.348) maximal 640 m, an der tiefsten Stelle 1360 m tief. Penida liegt auf einer schmalen untermeerischen Erhebung, die sich von Bali bis Lombok erstreckt und im Bereich der Badoeng-Strasse nur bis 210 m, in der Lombokstrasse bis 220 m Tiefe absinkt. Der Einschnitt in diese Barre ist im Westen, nach Bali zu, sehr schmal, nicht 1 km breit, überhaupt sinkt der Boden unter der Badoeng-Strasse nur im schmaler Rinne unter die 200m-Linie. Im Osten ist der Einschnitt unter die 200 m-Tiefenlinie immerher 8 km breit, und wenig nördlich davon misst man eine Tiefe von 640 m. Die 1000 m-Linie buchtet sich im Süden übrigens weiter gegen die Badoeng- als gegen die Lombok-Strasse vor!

Die Flächengrösse von Penida beträgt mit den beiden im Nordwesten vorgelagerten Inseln Tjeningan und Lembongan 200 qkm. Vom östlichen zum westlichen Punkt messe ich 20,7 vom nördlichsten Punkt bei dem Hauptort Sampalan (im Ostteil der Nordküste) bis zum südlichsten Kap 16,5 km.

Nach Baron Plessens brieflicher Auskunft wird die Mitte der Insel von einem 450 bis 500 m (529 m höchste Erhebung) hohen, 8 bis 9 km langen, 2,5 km breiten Plateau eingenommen, das ziemlich steil nach allen Seiten auf die zweite Höhenstufe abfällt. Diese liegt 200 bis 250 m über dem Meere und wird von langen, parallel laufenden Höhenrücken durchzogen. Im Süden und Westen fällt diese Stufe steil und vom Ozean vielerorts unterspült ins Meer hinunter; im Norden und Osten dehnt sich eine niedrige, wellenförmige Strandlandschaft. Die Insel ist aus Kalkgestein aufgebaut. Zwischen Penida und Tjeningan herrscht eine starke Strömung; der ruhige Meeresarm zwischen Tjeningan und Lembongan ist von Korallenriffen eingefasst.

Im Gegensatz zu Nordbali und in Übereinstimmung mit Ost-Bali und der balinesischen Südhalbinsel Tafelhoek hat Penida eine ausgedehnte Trockenzeit, die mit dem während des Sommers nördlicher Breiten wehenden Südost-Passat zusammenfällt. Wenn die Vorräte an Regenwasser in der Trockenzeit ausgehen, müssen die Eingeborenen von Batoekandik aus den am Fusse der steil abfallenden Südküste gelegenen Quellen Wasser schöpfen, was einen Hinweg von 3 und einen Rückweg von 4 Stunden bedeutet. Die Regenzeit fällt in die kalte Jahreszeit der Nördlichen Breiten, währt also von November bis Februar. Doch regnet es auch dann nur unregelmäßig und spärlich.

Der Pflanzenwuchs ist sehr dürftig zu nennen, wenn man ihn mit dem der Insel Bali vergleicht. Die grossen Flächen dürren Grasses in der Trockenzeit werden nur bei den Dörfern von Bäumen überragt. Selten sieht man hohe Bäume. Von Wald kann kaum die (p.349) Rede sein. Bei dem Dorf Batoekandik sammelten die Reisenden oft in einem kleinen Buschwald, über den einige hohe Bäume hinausragten. In tiefen Schluchten und im Umkreis der Tempel gewähren heilige Haine ihren Schatten. Sonnst gibt es nur dürftiges Strauchwerk hier und da, an der flachen Nord- (und Ost-) küste und bei den Dörfern des Inneren Kokospalmen; das übrige ist baumloses Kulturland. Denn Noesa Penida ist mit etwa 30.000 Menschen etwa so dicht besiedelt wie Deutschland oder sogar noch etwas dichter. Die Bewohner treiben Trockenreiskultur, bauen Mais, Süsskartoffeln und Baumwolle an, was alles auf der dem Kalkboden aufliegenden dünnen Humusschicht gut gedeiht. Am Saum der Inseln Tjeningan und Lembongan sowie an einigen Stellen der Nordküste wächst Mangrove.

Folgende Biotope sind also vertreten: 1) Kulturland (Trockenreisfelder, Mais-, Kartoffel- und Baumwollfelder, Kokoshaine, Dörfer); 2) Grassteppe (Alang-Alang); 3) Buschsteppe; 4) Wald (Monsunwald; kleine Haine und Buschwald, oft mit einzelnen hohen Bäumen; 5) Steilküsten und Kalkfelsen im Innern; 6) Mangrove; 7) Sandstrand in Buchten und an den steil abfallenden Küsten.

C. Besondere Teil: Die einzelnen Vogelarten

Galli: 1. Megapodius freycinet reinwardt Dumont. [Megapodius reinwardt; Orange-footed Scrubfowl]

2 Bälge: Nordwest-Noesa Penida, ♀ ad. (Gonaden 8 mm lang), ♂ imm. (Gon. 6 mm lang), 6 März (Nr.587, 588), Flügel ♂ 235, ♀ 237 mm, Culmen von der Stirn ♂♀ 30 mm.

Das ♀ ist in seinem abgetragenen Kleid auf Rücken und Flügel wesentlich helles olivenfarben als Vergleichsstücke aus Neuguinea (m. fr. duperryi Less. & Garn.) und Sumba (s.u.). Beide Vögel sind zweifellos zu M.fr. reinwardt zu rechnen (t.t. Lombok).

Ich habe mich in der Anfang der Auffassung der Formenkreises Mayr (1938b) angeschlossen und in dessen Maßen für M.fr. reinwardt, die sich gut mit meinen eigenen decken, eine weitere Bestätigung für die Existenz zweier unbenannter Rassen gefunden. Die eine Rasse ist in den westlich von Penida gelegenen Artbereich abzutrennen und vor mir bereits 1929 im Tring-Museum nach zwei Vögeln erkannt worden: Kangean 207, 217, 220 mm (Hartert, Nov. Zool. 9, S.420, 1902 - 206-223 mm nach Mayer 1938 b, z. T. imm.?); 210 mm (Vorderman, Nat.Tijdschr. Ned.Ind. 50, S.523, 1891).

(p.350) Arends-Insel 212 mm (♀ nach Oberholser. Proc. U.S. Nat. Mus.54, S.189,. 1917); Solombo Besar und Pulo Mata Siri sind weitere Fundplätze wohl diese Rasse in der Java-See (Oberholser, l.c.S.179, 191). Alle Fundorte für diese kleine Rasse fehlen in Peters Checklist (Bd. 2, S. 4).

Zum Vergleich gebe ich nach dem Maßen von Mayr Variation und Durchschnitt der Flügellänge von Vögeln der Inseln Lombok, Sumbawa, Flores, Djampea-Gruppe, Alor, Wetter, Roma, Damar und Babbar: 13 ♂♂ = 221-247, D13 = 235,2 mm - 10 ♀♀ = 232-245, D10 = 238,3 mm. Hierzu die Maße Hellmayrs für Saman (6 Stücke: 228-238 mm (1914, S.97) und bei die Mayr nicht erwähnten Maße für drei Vögel von den Tukang-Besi-Inseln (229-237 mm) sowie für die volle Djampean-Serie (8 Vögel 225-245 mm.). Ergebnis: 35 M.fr. reinwardt messen am Flügel bis 247 mm.

Weiter im Osten werden die Maße wieder kleiner, und zwar gilt für Gross-Banda, die Kei-Inseln und die Südost-Inseln: 7 ♂♂ = 219-232, D7 = 224 mm, 10 ♀♀ = 215-232, D10 = 226,2 mm. (Dies wäre also die zweite, aber auch nicht scharf unterschiedene Rasse.)

Ich habe hierbei die Maße der grossen Sumba-Vögel weggelassen, die auch durch dunkle Färbung auffallen. 4 ♂♂ messen nach Mayr 243, 252, 253, 253 mm, 2 Stück des Dresdner Museums 243, 244 mm, D4 = 248 mm.

Wir erhielten also für die westliche Population 206-223 mm und ein fragliches Durchschnittsmaß von 215 bis 220 mm; die typische Population (Penida bis Babbar): 221-247, D22 = 235,5 mm; die Vögel von Sumba: 243-253, D6 = 248 mm; die östliche Vertreter (Banda, Kei, S)-Inseln): 215-232, D17 = 225 mm. Diese Variation passt gut zu dem, was wir vom Grösserwerden östlicher Formen auf der eigentlichen Sunda-Kette wissen (s.u. den ökologischen Teil).

Baron v. Plessen fand die Grossfusschühner gerade in einem der trockenste Teile Penidas. Er hat sie auf Bali trotz angestrengtester Aufmerksamkeit niemals einwandfrei festgestellt, was zur Erledigung seiner früheren Andeutungen (1926, S.549) hier eingeschlossen sei.

2. Gallus varius (Shaw & Nodder) [Green Junglefowl]

5 Bälge: Noesa Penida, ♂ semiad. 4 März - Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, 1 ♀ ad. mit Brutfleck ohne Mauser und ♂♀ pull. (Gon. 2 und 5 mm lang) 1. März; Nordwest-Noesa Penida ♂ ad. (Gon. 8 mm, ohne Mauser) 6. März (Nr. 514, 515, 518, 591) - Flügel (Handschwinge) ♀ 196, ♂ 220 (semiad.), 227 mm; Schwanz ♀ 110, ♂ längste Federn etwa 360 mm; Culmen ♀ 15, ♂♂ 17, 17 mm - Sporn ♂♂ 11 (semiad.), 20 mm.

Turnices - 3. Turnix suscitator powelli Guillemard. [Barred buttonquail]

8 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, ♂ imm. (Gon. 5 mm, Flügel beschnitten) 26. Februar - ♂ vix ad. (Gon. 4 mm), 3 ♀ ad. (Gon. 5 mm, 1 mit einigen Mauserfedern an der Kehle), 3 ♂♂ pull. (Gon. 3 und 4 mm) 1. bis 3. März - Flügel (Handschwingen, wie immer, gestreckt) ♂ imm. 86, ♀ ad.90, 94, 98 mm; Schwanz ♀♀ 33, 33, 36; Culmen ♂♂ 11, 11, ♂ pull. 9-10, ♀♀ 13, 14, 14 mm.

(p.351) Mit Vögeln von Lombok, Sumbawa und Alor verglichen. Auf Bali und weiter im Westen schliesst sich eine scharf geschiedene Rassengruppe an. Es ist zu beachten, dass die Philippinen-Rassen wie so oft der javanische Nominatrasse ähnlicher sind als die Rasse der Kleinen Sunda-Inseln. Ich finde aber, dass die Celebes-Rasse rufilatus zwischen beiden Gruppen vermittelt. Daraus darf nicht die Folgerung gezogen werden, dass powelli von Celebes nach den Kleinen Sunda-Inseln etwa erst in der "zweiten Trockenperiode" Stresemann, im späteren Pleistozän, gekommen ist. Sie muss viel früher dort eingewandert sein, was auch Stresemann annimmt (1939, S.411). Aber sie stammt wahrscheinlich von Celebes-Vögeln ab und ist das beste Beispiel dafür, dass östlich von Bali ein Vogel wohnt, der zu Celebes engere Beziehungen als zu Bali hat (so auch bei Centropus bengalensis, Excalfactoria chinensis [Coturnix chinensis, King quail] u.a.). In Celebes ist aber der Sexualdimorphismus nicht so ausgeprägt wie anderswo, wofür wir unten noch einige Beispiele finden werden.

Columbae: 4. Treron vernans purpurea (Gmelin). [Treron vernans (purpureus); Pink-necked green pigeon]

6 Bälge: Nordwest-Noesa Penida 150 m hoch, ♀ ad., ♂ juv. 5 März - Noesa Penida-Tjeningan 4 ♂♂ ad. (Gonaden 4-5 mm lang, Vollmauser verschieden weit fortgeschritten) 9. bis 10 März (Nr. 585, 586, 612, 616, 617, 618) - Flügel ♀ 144.5, ♂♂ 148, 150, 152, 153.5 mm; Schwanz entsprechend 83, 90, - 89, 91 mm; Culmen ♀ 15, ♂♂ 16.5 bis 17 mm.

Nach Mayr (Bull. Raffles Mus. 14, S.11, 1938) und anderen variiert die Flügellänge bei dieser hellen Rasse zwischen 142 und 149, einmal 150 mm (Java, Süd- und Östborneo, Lombok, Sumbawa, Celebes). Die vorliegende Serie ist ein wenig grösser (144.5-153 mm), ohne dass man sie als Übergang zu der riesigen Kangeanrasse T.v. kangeana Mayr bezeichnen kann. die gewissermaßen ringsum von der kleinen T.v. purpurea umgeben ist und am Flügel 158 bis 167 mm misst. (Mayr, 1.c, und Hartert & Goodson, Nov. Zool. 25, p.355, 1918). Zwei ♂♂ sind wie manche Lombokvögel und der Kehle und Stirn deutlich grün getönt. Der kastanienbraune Anflug an den Unterschwanzdecken kennzeichnet bereits das noch nicht ganz erwachsene Junge als Männchen. Verbreitung: Süd- und Südostborneo, Java, Penida, Lombok, Sumbawa und Celebes.

5. Ducula aenea aenea (Linnaeus) [Ducula aenea; Green imperial pigeon]

5 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, 3 ♂♂ ad. (Gon. 5 bis 7 mm lang, 1 ohne Mauser, 2 in voller Mauser), und 2 ♀♀ ad. (Gon. bei einem 11 mm lang, dieses in Grossgefiedermauser) 23. bis 25 Februar (Nr. 426, 427, 442, 447, 449) - Flügel ♀♀ 233 + x, 238 +x, ♂♂ 233 +x, 240 + x, 247 mm; Schwanz 137.5 bis 141; Culmen ♀ 24, 25, ♂♂ 22, 25, 25 mm.

6. Ducula bicolor (Scopoli). [Pied imperial pigeon]

1 Balg: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, 1 ♂ ad. (Gon. 7 mm lang) 27. Februar (Nr. 484) - Flügel 228 + x, Schwanz 119, Culmen 24 mm.

(p.352) Die Art ist auf meist kleinen Inseln zwischen Indien und Neuguinea verbreitet. Eine Verbreitungslücke auf den Kleine Sunda-Inseln dürfte nach Stresemann (1939, S.363, Karte S.362) durch die Verbreitungsschranke zu erklären sein, die dort von der Konkurrenzart, D. rosacea, errichtet worden ist. D. rosacea kommt schon nördlich von Sumbawa vor, Penida ist der östlichste Punkt, den D. bicolor im eigentlichen Sunda-Bogen erreicht. Auf der nördlich von Flores gelegenen Djampea-Gruppe leben beide Arten nach den bisherigen Beobachtungen dicht nebeneinander (d.h. auf Bonerate bicolor, auf Kalao, Kalao tuah und Madu rosacea, was sehr für die Konkurrenztheorie Stresemanns spricht, s. Meise 1930, S.187 f.). D. bicolor hat Penida von Westen her erreicht, der nächste Fundort liegt bei Nordwest-Bali.

7. Ptilinopus melanocephalus melanocephalus (Forster) [Ptilinopus melanospila; Black-naped Fruit-dove]

6 Bälge: Noesa Penida, 5 ♂♂ (Gon. 6.5 mm lang), 1 ♀ 25. Februar bis 8. März (Nr. 592, 593, 594, 595, 606); Flügel ♀ 113, ♂♂ 112.5, 113, 117, 117.5, 119 mm; Schwanz 69, 74, 69, 76, 72.5, 75 mm; Culmen 14 bis 15 mm.

Nach Osten zu wird diese Rasse wie so viele andere Vogelarten der Kleinen Sundainseln etwas grösser: Java 4 ♂♂, 1 ♀ 110.5 bis 114 mm.; Penida 5 ♂♂, 1 ♀ 112.5 bis 119 mm.; Sumbawa ♂ 122 mm.; Sumba 3 ♂♂, 1 ♀ 113 bis 123 mm.

Wie aus Stresemanns Verbreitungskarte dieser Art hervorgeht (1939, S.319, Text S.318), ist diese Art wahrscheinlich in Celebes entstanden und hat sich von dort aus nach Flores und überhaupt auf die Sunda-Kette ausgebreitet, wo unsere Rasse die Inseln von Java bis Alor besiedelt hat. Somit wäre die Art auf Penida östlicher Herkunft.

8. Geopelia striata striata (Linnaeus) [Geopelia striata; Zebra dove]

2 Bälge: Süd-Noesa Penida ♂ ad. (Gon. 6 mm lang, kurz nach einer Vollmauser) 5. März, 1 ♀ ad. 10. März (Nr. 574, 620); Flügel ♀ 92, ♂ 10.5 mm; Schwanz 90, 100 mm; Culmen 13, 14 mm.

9. Streptopelia chinensis tigrina (Temminck) [Streptopelia chinensis; Spotted dove]

2 Bälge: Süd-Noesa Penida 2 ♂♂ (Gon. bei einem 6.5 mm lang, beide in langsamer Vollmauser); 23. bis 24. Februar (Nr. 428, 450); Flügel 147.5, 148 mm; Schwanz 142, 140 mm; Culmen 17, 17 mm.

Tiergeographisch nicht verwendbar, dan an vielen Stellen eingeführt, ursprünglich westlicher Herkunft und in der Sundakette weit ostwärts (bis Timorlaut) verbreitet.

10. Chalcophaps indica indica (Linnaeus) [Chalcophaps indica; Common emerald dove]

3 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 hoch, 1 ♂ ad., 1 (♀) ad., 1 ♂ juv. (Beginn der Jugendvollmauser) 25. Februar bis 1. März (Nr. 456, 500, 519); Flügel ♂ jiv. 142, ♂♂ ad. 144, 145 mm; Schwanz 76, 78, 89 mm; Culmen 18, 17, 18 mm.

Ralli (p.353): 11. Amaurornis phoenicura javanica (Horsfield). [Amaurornis phoenicurus; White-breasted waterhen]

2 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, ♂ ad. (Gonaden 9 mm lang); 20. Februar, ♀ vix ad. (Gonade 9 mm lang) 26. Februar (Nr. 480, 491); Flügel ♂ 148, ♀ 142 mm.

Im Weiss der Ohrdecken zeigt das ♂ einige ganz kleine dunkle Flecken, das ♀ dagegen hat nur noch ein schmales weisses Stirnband, die hintern Ohrdecken sind fast ganz schwarz gefleckt, und auch am Zügel und an die Wangen unter dem Auge sind einige kleine dunkle Flecken zu sehen. Diese Fleckchen halte ich für Kennzeichen des nicht ganz ausgefärbten Kleides, sie könnten aber gewissemaßen die ersten Spuren der östlich, sicher in Flores (schon in Lombok und Sumbawa?) sich anschliessenden Rasse A. ph. leucomelana (S. Müll) sein. Zu A. ph. variabilis Stres. (Ibis 1936, S.369) von Celebes gehören die Tiere sicher nicht.

Limicolae: 12. Squatarola squatarola australis Rechenbach. [Pluvialis squatarola; Grey Plover]

1 Balg: Nord-Noesa Penida ♀ ad. (Gon. 8 mm lang); 9. März (Nr. 602); Flügel 201 mm, Schwanz 76, Culmen 35 mm.

13. Charadrius leschenaultii Lesson. [Charadrius leschenaultii; Greater Sandplover]

3 Bälge: Noesa Penida Tjeningan 3 ♀♀ in verschiedene Stadien der Ruhemauser; 9. März (Nr. 607, 608, 610); Flügel 138, 140.5, 142 mm; Schwanz 52, 54, 56 mm; Culmen 23.5, 24, 22.5 mm.

14. Numenius phaeopus variegatus (Scopoli) [Numenius phaeopus; Whimbrel]

3 Bälge: Noesa Penida Tjeningan 1 ♂, 2 ♀♀ (Gon. bei einem 12 mm lang, Spuren von Kleingefiedermauser, eins mit Schwanzmauser); 8. März (Nr. 601, 603, 613); Flügel ♀♀ 233 + x, 253, ♂ 238 mm; Culmen 81, 88, ♂ 78 mm.

15. Actitis hypoleucos (Linnaeus). [Tringa hypoleucos; Common sandpiper]

2 Bälge: Noesa Penida Tjeningan 1 ♀ ad. Ruhemauser, 1 ♀ imm. Ruhemauser; 8. und 9. März (Nr. 604, 609); Flügel 112, 112; Schwanz 59, 56; Culmen 25, 26 mm.

16. Tringa incana brevipes (Viellot). [Tringa brevipes; Grey-tailed Tattler]

2 Bälge: Noesa Penida Tjeningan ♂ Ruhekleid (Gon. 4 mm lang, Swanzmauser), ♀ Ruhekleid (Grossgefiedermauser0; 8. und 9. März (Nr. 605, 611); Flügel ♀ 161 + x, ♂ 160; Schwanz ♀ 68; Culmen 39, 39 mm.

Gressores (p.354): 17. Notophoyx novaehollandiae (Latham). [Egretta novaehollandiae; White-faced Heron]

4 Bälge: Süd-Noesa Penida ♀ imm. (Gonaden 12 mm lang); 24. Februar; 1 ♀ ad., 2 ♂ ad. (ohne Mauser) 1. bis 5. Marz (Nr. 451, 510, 551, 560); Flügel ♀♀ 292 (imm.), 297, ♂♂ 300, 310 mm.; Schwanz ♀♀ 115, 119, ♂♂ 124, 125; Culmen ♀♀ 76, 74, ♂♂ 82, 78 mm.

Die Ohrdecken sind bei allen 4 Vögeln völlig weiss. Das nicht ausgefärbte ♀ ist am Unterschnabel ausgedehnter hell gefärbt, hat spitzere äussere Handschwingen, spitzere Schwanzfedern und kleinere, nicht so bunte Schmuckfedern. Ich hätte diese Tiere vielleicht N. n. parryi Mathews 1912 nennen müssen, da die südaustralischen Reiher dieser Art grösser sind. Allein mir genügt die Zahl der Maße aus Südaustralien noch nicht. Ich stelle zusammen:

Notophoyx n. novaehollandiae Flügel in mm
2 Bälge aus Südaustralien 334 + x, 337 D2 = etwa 336 mm
Notophoyx n. parryi  
1 ♀ 1) Nordaustralien 310
2 Bälge 2) Nord-Queensland (Bellender Ker) 285 (♀ juv.), 315 (♂)
1 Balg 3) Merauke (Süd-Neuguinea) 317
1 Balg 1) Timorlaut 329
1 ♂ Madu in der Flores-See 4) 317
3 Bälge Sumba 5) 300, 306, 319
1 ♂ Flores 323
3 Bälge (♀♂♂) 5) Sumbawa 294, 301, 315
2 Bälge 5) Lombok 299, 300
4 Bälge Penida (s.o.) 292, 297, 300, 310
18 ad. 292-323, einmal 329 mm; D18 = 307 mm.

Sources: 1) Museum für Tierkunde, Dresden; 2) Zoologisches Museum, Berlin; 3) Meise in Journ. f. Ornith. 78, S. 81, 1930; 4) 2 Museum Berlin, 1 Museum Dresden; 5) Rensch (1931a, S. 507)

Das bekannte Areal dieser rein östlichen Art und Gattung erfährt durch den neuen Nachweis eine geringe Ausdehnung nach Westen.

Accipitres: 18. Falco moluccensis occidentalis (Meyer & Wiglesworth) [Falco moluccensis; Spotted Kestrel]

5 Bälge: Süd-Noesa Penida 2 ♂♂ ad. (Gonaden 4 und 5 mm lang), 3 ♀♀ ad. (Gon. 8 und zweimal 10 mm lang), alle ohne Mauser, 23. Februar bis 2. März (Nr. 433, 459, 478, 538); Flügel ♀♀ 229, 235, 246, ♂♂ 223, 232 mm; Schwanz ♀♀ 152, 152.5, 165, ♂♂ 149, 151 mm; Culmen 15 bis 16 mm.

Da dieser Turmfalk auch auf Java vorkommt, ist er für unsere tiergeographische Analyse belanglos. Es ist ziemlich sicher, daß die Art von Osten her (p.355) durchgewandert ist, den Stresemann Annahme einer Wanderung dieser Art von Celebes nach Flores (1939, S.321) scheint sehr viel für sich zu haben.

19. Falco severus severus Horsfield [Falco severus; Oriental Hobby]

2 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, 2 ♀♀ ad. (Gonaden 4 und 7 m lang, Vollmauser) 25. Februar und 5. März (Nr. 471, 564); Flügel 225, 241 + x; Schwanz 112, 124; Culmen 13, 15 mm.

Nicht mit tototypischen Javatieren vergleichen, aber sehr viel heller als der Typus von F. s. papuanus. Bisher in der Sundkette ostwärts nur bis Java bekannt. Nach Osten schliesst sich in Lombok Falco longipennis hanieli Hellm. als stellvertretende Art an. Doch ist F. severus keine westliche Art, da von Assam über Celebes bis zu dem Salomonen verbreitet.

20. Haliastur indus intermedius Gurney. [Haliastur indus; Brahminy kite]

2 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, 2 ♀♀ ad. (Gonaden 8 und 11 mm); 24. und 26. Februar (Nr. 448 und 479); Flügel 392, 400; Schwanz 193, 203; Culmen von der Wachshaut 27 und 24.5 mm. Weit verbreitet (Malayische Halbinsel bis Timor und Babber).

Striges: 21. Ninox scutulata macroptera Blasius. [Ninox scutulata; Brown Hawk-owl]

2 Bälge: Süd-Noesa Penida, 2 ♀♀ (Gonaden 7 mm lang), 1. und 2. März (Nr. 509, 536); Flügel 239, 241; Schwanz 125, 128; Culmen von der Wachshaut 15 und 13 mm; Iris gelb.

Ein Vogel mausert einige Oberkopffedern.

Die 5 Typen dieser Rasse der Insel Gross-Sangi messen nach Blasius am Flügel 223-240 mm. N.s. ussuriensis But. ist ein Synonym. Die Rasse gehört zu der gleichen kurzschwänzigen Gruppe wie die Ostchinesen und Japaner, die nach sumatranischen Wintergästen N.s. scutulata (Raffles) genannt werden. Diese Gruppe zerfällt also in 2 Rassen: N.s. scutulata ist kleiner und Brutvogel in Ostchina sowie Japan, N.s. macroptera ist grösser und im Ussuriland zu hause. (Nach Yamashina (Tori 7, S. 242, 1932) messen 4 Durchzügler von macroptera (s.n. ussuriensis But.) Flügel 229-233, Schwanz 117-128 mm. Butublin und Demetiew; Vollst. Beschreib. Vögel USSR 3, S. 118, 1936) geben für Ussurivögel die Flügellänge mit 222-245, für Japaner mit 203-229 mm an. Die Flügelmaße der beiden Rassen überschneiden sich zwar ein wenig, wir kommen aber nicht um die Trennung herum. Wie üblich zieht die langflügelige Form bis an den Südrand des Überwinterungsgebietes der Art. Sie ist von den Philippinen, (p.356) von Celebes 1) und, wie aus den vorliegenden Bälgen hervorgeht, von den Kleinen Sunda-Inseln nachgewiesen.

N.s. burmanica Hume dagegen ist langschwänziger und kein Zugvogel 2). La Touche 3) gibt für Vögel von Mengts in Jünnan als Flügellänge 235, 230, 235, als Schwanzlänge 135, 135, 141 mm, für scutulata aus Ostchina wohl mit Einschluss einiger macroptera 223-243 und 115-128 mm. Als Flügel-Schwanz-Indices ergeben sich demnach für die langschwänzige N.S. burmanica 57.5-60.0, für die kurzschwänzige N.s. macroptera aus Penida dagegen 52.3 und 53.1, für N.s. scutulata aus Ostchina 51.5 und 52.7.

1) Meyer & Wiglesworth (1898, S.97) geben 218-235 als Flügelmaß. Da Stresemann die 4 von Heinrich gesammelte Celebes-Bälge mit 223-229 mm anführt (s.o. S.82), müssen wohl beide Rassen in Celebes überwintern; 2) Nach Chasen, Bull. Raff. Mus.11, S.88, 1935, kommt burmanica ganz vereinzelt südwärts bis Singapore vor.; 3) Handbook Birds Eastern China 2, 131 f., London 1932.

Psittaci: 22. Cacatua sulphurea occidentalis (Hartert) [Cacatua sulphurea parvula; Yellow-crested cockatoo)

6 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, 5 ♂♂ (Gonaden 3 bis 5 mm lang, Flügel- und Kleingefiedermauser, 1 Stück in Vollmauser), 1 ♀ (Vollmauser ausser Schwanz) 23. Februar bis 4. März (Nr. 441, 444, 445, 457, 535, 563); Flügel ♂♂ 224 bis 231, ♀ 225 mm; Schwanz 106 bis 108 + mm; Culmen von der Wachshaut ♂♂ 37 bis 38, ♀ 34 mm.

Die Vögel stimmen mit je einem Sumbawa und West-Flores im Berliner Museum überein: der gelbe Fleck an den Ohrdecken ist blass, der Schnabel gross. Östliche Gattung, die nur auf Solombo Besar in der Javasee noch weiter westlich gefunden wird (als bedeutend größere Kleininsel-form: C.s. abbotti Oberh.) 4)

4) s. die Verbreitungskarte bei Rensch (1936, S.125), auf der nun auch Penida schwarz ausgezeichnet werden muss. Schon Stresemann (1913, S.335) hat nach Erkundigungen, die er 1911 auf Bali einzog, vom häufigen Vorkommen des gelbhaubigen Kakadus auf Penida berichtet. "Ob er dorthin ohne Zutun des Menschen gelangt ist, muss ich dahingestellt sein lassen". In Südbali konnte Stresemann nur einige freilegende, gezähmte Kakadus ausfindig machen, die nicht zur Fortpflanzung schritten.

Cuculi: 23. Cuculus saturatus horsfieldi Horsfield & Moore [Cuculus saturatus; Oriental Cuckoo]

1 Balg: Nordwest Noesa Penida 1 ♂ (Gonaden 2.5 mm lang, Grossgefiedermauser); 5. März (Nr. 589); Flügel 202; Schwanz 164, Culmen 17 mm.

Das Stück gehört zur grossen nördlichen Rasse, die von Japan und Ostchina im Winter nach Süden wandert. Über den Namen s. G.C.H. Junge in: Temminckia 2, S.198-202, 1937.

24. Eudynamys scolopacea malayana Cabanis & Heine. [Eudynamys scolopaceus; Asian Koel] (p.357)

2 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, ♀ Jugendmauser des Kleingefieders (Gonaden 9 mm lang); 23. Februar, 1 ♂ in Vollmauser 3. März (Nr. 440, 550); Flügel ♀ Jugendflügel 208, Schwanz 193; Culmen ♀ 30 mm, ♂ ad. 34. mm.

Das ♂ stimmt mit einem javanischen überein. Die braunen Binden auf den Schwanzfedern des ♀ imm. (nicht des Jugendschwanzes) sind etwas schmaler als bei einem vergleichbaren Javastück.

Verbreitung: Von der Malayischen Halbinsel über die Lombokstraße hinweg bis Flores, doch habe ich aus dem Osten keine Vögel selbst verglichen.

25. Centropus bengalensis javanicus (Dumont). [Centropus bengalensis; Lesser coucal]

1 Balg: Süd-Noesa Penida ♂ ad (Gonaden 8 mm, ohne Mauser 0 5. März (Nr. 54); Flügel 143, Schwanz 176, Culmen 23 mm.

Nach der Grösse gerade noch zu dieser auf Java und Bali vorkommenden Rasse zu rechnen; für die östlich anschliessende Rasse C. b. sarasinorum Stresemann wird als Flügelmaß der ♂♂ 144-166 mm angegeben. Da der Unterschied nur 1 mm beträgt, darf ich diese Art nicht voll in die Wagschale der westlichen Formen werfen.

Macrochires: 26. Collocalia esculenta plesseni nova subsp. [Collocalia esculenta; Glossy swiftlet]

11 Bälge: Süd-Noesa-Penida 5 ♀♀ (Gonaden in 2 Fällen 6 und 8 mm lang), 5 ♂♂ (Gonaden in 2 Fällen 2 und 3 mm lang); 22. Februar bis 5. März; Nordwest-Noesa Penida 1 ♂ 5. März (Nr. 467, 488, 488, 490, 541, 553, 554, 565, 568, 582, 583); Flügel ♀♀ 92, 93, 95, 95.5, 96.5 mm, ♂♂ 92, 93.5, 94, 96.5 mm (1 nicht messbar).

Kennzeichen: Wie Collocalia esculenta linchi von Java und Bali (Kangean-Vögel habe ich nicht verglichen), aber Kehlfedern immer weisslich gesäumt (bei linchi auf Java nur selten, auf Bali etwas häufiger) und damit schon an die Oberseite viel mehr blau, weniger grün schillernde Rasse C. c. sumbawae Stresemann 1) erinnernd. Flügel kürzer, 92 bis 96.5 mm gegen 96 bis 102 mm (Java) und 97 bis 101.5 mm (Bali).

Typus im Zoologischen Museum der Universität Berlin: ♀ ad. Süd-Noesa Penida, 27.Februar 1938, V. Baron v. Plessen leg. Nr. 487 - Flügellänge 92 mm, Länge der mittelsten Schwanzfedern 37.5 mm.

Verbreitung: Noesa Penida. Vögel von Lombok habe ich nicht gesehen, doch sprechen die Maße Stresemann (Nov. Zool. 19, S. 348, 1912) die seinen Maximalmaßen für Javastücke (93-98.5 mm, wohl nicht ganz gestreckt gemessen) (p.358) nahe kommen, für das Vorkommen der grösseren Rasse linchi auf Lombok (Vgl. aber noch die Kehlfärbung!). Jedenfalls liegt bei dieser Art wieder eine Rassenscheide zwischen Bali und Penida und ebenso wohl zwischen Penida und Lombok.

1) Ein Vogel aus Alor ist nur unwesentlich heller und weniger blau oberseits sowie an der Kehle etwas weniger weiss als zwei von Rensch auf Flores gesammelte C. e. sumbawae. Das Gebiet von C. e. sumbawae umfasst also die Inseln Sumbawa, Flores, Sumba und Alor (s. Rensch l. c. p.538.). Mit den 11 Penidabälgen verglich ich 11 Javanische (5 aus dem Leidener, 6 aus dem Berliner Museum) und 8 balinesische (Coll. Plessen und Museum Berlin). Flügelmaße der Javaner in mm: 96, 96, 96, 96.5, 97, 98, 98, 98, 99.5, 100, 102, der Balinesen in mm: 97, 97, 97, 98, 99, 100.5, 101.5 mm. Flügelmaße von C. e. plesseni in mm: 92, 92, 93, 93.5, 94, 95, 95, 95.5, 96.5, 96.5. Durchschnittsmaße für Java D11 = 97.9 mm, Bali D7 = 98.6 mm, Penida D10 = 94.5 mm.

Coraciae: 27. Eurystomus orientalis connectens Stresemann. [Eurystomus orientalis; Dollarbird]

1 Balg: Sud-Noesa Penida, 300 m hoch, ♀ in 1. Ruhemauser (Vollmauser); 26. Februar (Nr. 474); Flügel 196 + x mm, Culmen 20 mm.

In Grösse und Färbung mit Stücken des Berlines Museums aus Kalao Tua in der Flores-See, Sumbawa und Sumba übereinstimmend, grösser als E. o. orientalis (L.) von Bali, Java und weiter westlich liegenden Gebieten. Bei dieser Racke verläuft die Rassengrenze zwischen Penida und Bali; die östliche Rasse connectens kommt auch auf Kangean und Süd-Celebes vor.

Halcyones: 28. Halcyon chloris cyanescens Oberholser [Todiramphus chloris; Collared kingfisher]

6 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, 1 ♂ ad. Vollmauser, 1 imm. ♀ (Gonaden 6 mm lang), 1 ♀ ad. (Vollmauser), 1 ♀ imm. in Kleingefieder- und Flügelmauser; 26. Februar bis 5. März; Noesa Penida 2 ♀♀ ad. in Vollmauser 7. und 9. März (Nr. 467, 482, 485, 580, 614, 616); Flügel ♀♀ 107 (imm.), 113, 115, 117, ♂♂ 114, 115 (imm.); Schwanz ♀♀ 68, -, 72, -, ♂♂ -, 72 mm.; Culmen 40 bis 50, vom Nasenloch ♀♀ (imm.), 37, 44; ♂♂ 42, 42 mm.

Sowohl die ♂♂ als die ♀♀ sind auf Mantel und Rücken blauer als h. c. chloris von Ceram, Timorlaut, Timor, Sumba, Sumbawa und Kalao Tua. Auch ein ♂ ("♀") von Buru, der terra typica dieser östlichen Rasse H. c. chloris, ist wesentlich grüner als die Penida-Vögel, die ihrerseits nicht von 9 ♂♂ aus Java und 1 ♂ aus Bali (Museum Berlin) zu unterscheiden sind. Da einige Lieste aus Sumatra und Borneo nicht von denen aus Java, Bali und Penida zu trennen sind, möchte ich palmeri (Oberh.) (t.t. Java) mit cyanescens (t.t. Sumatra) vereinigen. Eine Revision der westlichen Formen dieses Rassenkreises wird sicher ergeben, dass Oberholser (Proc. U.S. Nat. Mus. 55, p.370 ff., 1919) zu viele Rassen angenommen hat. Die Rassengrenze verläuft also zwischen Sumbawa und Penida, Penida gehört zum Westen.

29. Merops superciliosus javanicus Horsfield. [Merops phlippinus; Blue-tailed bee-eater] (p.359)

2 Bälge: Süd-Noesa Penida ♂ ad. (Gonaden 3 mm, Vollmauser nach der Brutzeit), 5. März; Noesa Penida Tjeningan ♀ imm. (Vollmauser) 11.März Nr. 573, 615); Flügel ♀ 125, ♂ 128; Schwanz 85, 92: Culmen ♂ 39 mm. Wintergast. In Celebes brütet die Art, s. Stresemann 1940, S.404.

Passeres: 30. Pitta versicolor hutzi nova subsp. [Pitta elegans; Elegant pitta]

2 Bälge: Süd-Noesa Penida 300 m hoch 1 ♂ ad. (Gonaden 7 mm lang), 1 ♀ (Gonaden 10 mm lang) 28. Februar und 5. März (Nr. 499, 578); Flügel ♀ 94, ♂ 97 mm; Schwanz 34, 35; Culmen 21, 22 mm.

Kennzeichen: Sehr ähnlich Pitta versicolor concinna Gld. (t.t. Lombok), aber kleiner und blasser. Das Braun der Seitenstreifen der Oberkopfes nicht so dunkel und etwas gelblicher. Brust und Körperseiten heller, viel weniger bräunlich getönt. Flügellänge ♀ 94, ♂ 97 mm gegen ♀ 97 bis 100, ♂ 100 bis 103.5 mm bei concinna.

Typus im Zoologischen Museum der Universität Berlin: ♀ ad. von Noesa Penida, 5. März 1938, Viktor Baron v. Plessen leg, Nr. 578; Flügel 94 mm lang.

Verglichen mit 1 ad., 1 juv. von Lombok, 3 ad. von Sumbawa und 3 ad. von Flores (Museen Berlin, Leiden, Dresden). Schon das juv, aus Lombok misst am Flügel 100 mm. Zum Vergleich die Einzelmaßige für Pitta v. concinna: ♂ ad Lombok 101.5, Sumbawa 100, 101, 103, Flores 102, 104, D6 = 101.9 mm, ♀ ad. Flores 98 mm, 1 O imm. Lombok 100 mm. (Nach Rensch, 1931 a, S.547, messen 5 ♂♂ aus Sumbawa, davon 3 soeben angeführt, 101 bis 103, 3 ♀♀ von dort 97 bis 100 mm).

Noesa Penida ist der westlichste Punkt im Areal der Gruppe und der Art, die von Australien her über den Sundabogen, die südlichen Molukken und einige kleine Inseln bei Celebes sowie von Ternate bis nach der kleinen Insel Tagulandang nördlich von Celebes vorgedrungen ist. Ich vereinigte (1929, S.464f.) die enger zusammengehörenden Gruppen dieser Art mit der westlichen Pitta brachyura zu einem Formenkreis, wies aber schon auf das Nebeneinandervorkommen mit sordida auf Sumatra und an anderen Orten hin. Da nun sordida vielleicht geographisch näher mit versicolor zusammenhängt als brachyura, fasst man am besten versicolor, sordida, maxima und brachyura als gesonderte Arten auf (s. die Verbreitungskarte bei Stresemann, 1939, S. 408).

Wie mir Herr. Baron v. Plessen brieflich mitteilt, konnte er auf Bali trotz gründlicher Suche keine Pitta auffinden. Wieder einmal endet also das Areal einer östlichen Art scharf abgeschnittenen in Sichtweite von Bali. Man findet erst in Java wieder entfernt verwandte Vertreter. Auf Penida fand der Sammler die Art nur in den trockensten Gebieten.

31. Hirundo tahitica javanica Sparrman. [Hirundo tahitica; Pacific swollow]

(p.360) 2 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m, ♂ ad. (Gonaden 1.5 mm lang, Vollmauser), ♀ imm. (Gonaden 4 mm lang, Anfang der Kleingefiedermauser); Flügel ♀ 101, ♂ 100 imm.; Schwanz 39, 36; Culmen 8 mm.

Die auf Java, Bali und Penida beschränkte Rasse H.t. javanica wird von Lombok ostwärts durch H.t.frontalis abgelöst. Penida gehört also zum Westen.

32. Lalage nigra sueurii (Vieillot). [Lalage nigra; Pied Triller]

6 Bälge: Süd-Noesa Penida 4 ♂♂ ad. in Vollmauser (Gonaden 4 mm lang), 1 ♂ imm., 1 ♀ ad. in Vollmauser 23. Februar bis 4. März (Nr. 443, 492, 549, 550, 556, 572); Flügel ♂♂ 91 bis 95, ♂ imm. 91, ♀ 89 mm.

Von Ost-Java nach osten über den ganzen Sunda-Bogen verbreitet, also für die Beurteilung der tiergeographischen Stellung Penidas unwichtig. In der Brutzeit gesammelt.

33. Cisticola exilis lineocapilla Gould. [Cisticola exilis; Golden-headed Cisticola]

1 Balg: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, ♂ juv. ohne Mauser 2. März (Nr. 527); Flügel 44, Schwanz 41, Culmen 9 mm. Iris grau.

Diese Rasse ist von Nord-Australien, über die Kleinen Sunda-Inseln (nachgewiesen von Timor, Lombok, Penida, Bali) bis ins östlichste Java verbreitet (Lynes, Ibis 1930 Suppl. S 194f.) und gehört zu den Graslandvögeln, die von Südostasien über die Philippinen und Celebes auf die Sunda-Kette gelangt sind, s. die Verbreitungskarte bei Stresemann 1939, S. 323, Text S. 319.

34. Phylloscopus borealis examinandus Stresemann [Philloscopus borealis; Arctic Warbler]

2 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, O 28. Februar; ♂ (Gon. 2 mm lang) 2 März, beide in Vollmauser (Nr. 497 und 528); Flügel nicht messbar.

Wintergast. Da das Kleingefieder beider Vogel dem abgetragenen Ruhekleid angehöhrt, ist die Bestimmung nicht ganz einwandfrei durchzuführen. Nach der Länge der stark abgenutzten Flügel des ♂ (70 mm) und nach der Stärke des gelben Anflugs auf dem Unterkörper beider Vögel kann man aber den typischen Ph. b. borealis ausschliessen. Dieser ist übrigens auch von den Kleinen Sunda-Inseln als Wintergast nachgewiesen worden (s. Ticehurst, Syst. Review Genus Phylloscopus, London 1939, S. 127).

35. Copsychus saularis amoenus (Horsfield). [Copsychus saularis; Oriental Magpie Robin]

3 Bälge: Süd-Noesa Penida ♀ ad. (einzelne Schwanzfedern in Blutkielen, frisches Gefieder), 23. Februar; ♂ ad. (Gonaden 6 mm) 1. März; ♂ imm? (Gonaden 2 mm lang, Jugendvollmauser) 2. März (Nr. 429, 516, 539); Flügel ♀ 99, ♂ 100 (imm.), 104 (ad.); Schwanz 90, 96 (imm.), -; Culmen 18, 18, 19 mm.

(p.361) Diese Drossel legt das Jugendkleid mit einer Vollmauser ab. Bei den beiden ♂♂ sind lediglich die Spitzenhälften der Unterschwanzdecken und einiger hinterster Bauchfedern weiss, sonst ist der Bauch metallisch blauschwarz. Bauchfedern des ♀ dunkelaschgrau, Unterschwanzdecken an der Basis schwärzlich, Spitzenhälfte scharf abgesetzt weiss.

36. Hypothymis azurea penidae nova subsp. [Hypothymis azurea; Black-naped Monarch]

5 Bälge: Süd Noesa Penida 300 m hoch; 2 ♂♂ (Gon. 2 u. 3 mm lang, bei 360 einige Kehl- und eine Schwanzfeder in Blutkielen) 25. Februar; ♂ (Gon. 5 mm lang); 28. Februar; ♂ (Gon. 11 mm lang) 2 März; ♀ 27. Februar (Nr. 460, 463, 495, 537, 486); Flügel ♂♂ 69, 69, 70, 72, ♀ 71; Schwanz 67, 67, 71, 69, 67.5 mm; Culmen 9-10 mm.

Im März dürfte eine Brutzeit beginnen, der eine Vollmauser vorausgeht (Gefieder frisch).

Kennzeichnen: Die ♂♂sind nicht von Javanischen und balinesischen Vögeln (Hypothymis azurea javana Chas. & Kloss) zu unterscheiden, sind also heller im Blau als prophata Oberh. von Borneo, aber dunkler als symmixta Stres. von Sumbawa und Flores. Die ♀♀ dagegen sind nur durch etwas helleres Blau des Kopfes vom östlichen Nachbarn symmixta zu trennen, der Rucken ist wie bei diesem grau, fast ohne Braun, stark blau getönt. Die westlichen Rassen javana und prophata haben braunrückige ♀♀, bei javana ist der Rücken etwas grau und blau getönt (vorwiegend braun). ♀♀ von prophata haben dunkler blauen Kopf, rein braunen Rücken und mehr lila als blau überflogenen Unterkörper.

Typus im Zoologischen Museum Berlin 39.: ♀ von Noesa Penida, 27. 2. 1938, v. Plessen leg. Nr.586.

Verglichen mit 2 H.a. prophata aus Borneo (♂♀ Mus. Dresden), 6 H.a. javana (4 ♂♂ Java, 2 davon Mus. Berlin; ♂♀ Bali Mus. Berlin). 4 H.a. symmixta (♂♀ Flores, 1 davon Mus. Berlin. ♂, ♂ juv. Sumbawa Mus. Berlin). Chasen & Kloos 1) verglichen 2 Java-♀♀ mit prophata-Serien und fanden sie "less saturate brown, being greyer and washed with blue there". Das gilt auch genau für das mir vorliegende Bali-♀, während sich die ♀♀ der östlich davon gelegenen Inseln durch graue, nirgends braune Rückenfärbung (mit starkem bläulichen Anflug) unterscheiden. Sie leiten damit zu den ♀♀ von Hypothymis puella von Celebes und den Sula-Inseln über, deren nächste Verwandte man wohl auf den Kleinen Sunda-Inseln und nicht auf den Philippinen 2) suchen muss. Dass ihre ♂♂ keinen schwarzen Nacken- und Kehlfleck haben, ist für die artliche Trennung übrigens ebenso unwichtig wie das Fehlen des Geschlechtsdimorphismus - auch H. a. abboti von P. Babo und Lasai vor West-Sumatra entbehrt der schwarzen Zeichnung -, aber das Fehlen der Schuppenkultur bei den Kopffedern von puella spricht für artliche Trennung der celebischen Art (s.a. Stresemann, 1939, S. 357).

1) Bull. Raffles Mus. 2, S.22, 1929
2) Vielleicht aber auf Maratua vor Nordost-Borneo, wo H.a. aëria Bangs & Peters 1927 durch Fehlen des schwarzen Nackenflecks bei den ♂♂ einen Übergang zwischen der azurea- und der puella-Gruppe vermittelt.

37. Artamus leucorhynchus amydrus Oberholser. [Artamus lencorhynchus; White-breasted Wood-swallow]

(p.362) 5 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, 2 ♂♂ ad. (Gonaden 3 u. 4 mm. lang), 1 ♀ ad. (Gonade 8 mm lang), 24. bis 26. Februar; 1 ♀ ad., 1 ♀ imm., 5. März (Nr. 452, 469, 475, 569, 570); Flügel ♀♀ 131 + x, 136 (Jugendflügel), 139; ♂♂ 134, 136 mm.; Schwanz entsprechend 62.5, 65, 63, 62, 58 mm; Culmen 19, 19.5, 20.5, 20, 22 mm.

Die ad. unterziehen sich einer langsamen Vollmauser, das imm. einer Jugendmauser des Kleingefieders. Die Vögel stimmen vollkommen mit 3 Stücken von Java und einem von Bali sowie fast genau mit einem von Sumatra (und einigen von Borneo) überein (Museen in Dresden und Berlin). Sie sind daher nach dem Vogel von Solombo Besar in der Java-See amydrus genannt worden. Dagegen finde ich eine Serie aus Lombok (1), Sumbawa (1), Flores (1), Bonerate (2), Sumba (2) in der Reihe etwas heller als die Penida-Vögel, aber genau so gross. Ihnen wird der Name A.l. albiventer (Less.) zukommen, obwohl ich keine topotypischen Timorvögel sah. A.l. albiventer und A.l. amydrus unterscheiden sich weniger voneinander als von A.l. celebensis Brüggemann, der an der Kehle und am Oberkopf heller, außerdem langflügliger ist. (Ich vergleich 9 ad. des Berliner Museums aus Celebes.) Die beiden oben unter albiventer aufgeführten Bonerate-Vögel leiten in der Grösse schon zu celebensis über. Penida wird also von der westlichen Rasse bewohnt, auf Lombok schliesst sich bereits die nächste Rasse an.

38. Lanius cristatus superciliosus Latham. [Brown Shrike]

4 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, 3 ♂♂ (Gonaden 2, 2.5, 2.5 mm lang; 1 in Voll-, 2 in Flügel- und Kleingefiedermauser) 2. und 4. März, Noesa Penida ♂ (Vollmauser) 7. März (Nr. 526, 530, 532, 597); Flügel ♂♂ 88, 90, 91, 92; Schwanz -, -, 82, -; Culmen 15, 15, 14, 15 mm. Zugvogel aus dem Norden (Japan).

39. Parus major cinereus Vieillot. [Parus major; Cinereus/Great Tit]

2 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, 1 ♂ (Gonaden 6 mm lang), 1 ♀ imm. 23. und 27. Februar (Nr. 432, 487); Flügel ♀ 64, ♂ 67; Schwanz 55, 58; Culmen 8.5, 9 mm. Die Rasse ist von Java bis Timor verbreitet, die Art ist westlicher Herkunft.

40. Anthreptes malacensis malacensis (Scopoli). [Anthreptes malacensis; Plain-throated Sunbird]

6 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, 2 ♂♂ (Gonaden 4 und 5 mm lang, frisches Gefieder) 23. Februar und 2. März, 1 ♀ imm. (Gonaden 7 mm lang) 28. Februar; Nordwest-Noesa penida ♂♀ imm. 5. März; Noesa Penida 1 ♂ imm. (Gonaden 4 mm lang) 7 März (Nr. 438, 439, 531, 578, 584, 598); Flügel ♀♀ 62, 64, ♂♂ 64 (imm.), 64.5, 66.5. 67 (imm/) mm; Schwanz entsprechend 38, 41.5, 38, 42, 43, 44; Culmen ♀♀ 15 bis 16, ♂♂ 16 bis 16.5 mm.

(p.363) Mit einer Reihe von ♂♂ aus Java und mit ♀♀ aus Java, 2 ♀♀ aus Borneo, 1 ♀ aus Singapore übereinstimmend. Da die weiblichen Vergleichsvögel nicht so abgetragen sind, ist ihre Färbung viel satter, der Rücken grüner, nicht so grau. Die Rasse ist unverändert von der Malayischen Halbinsel bis Penida verbreitet, Lombok ist nicht besetzt, weiter östlich folgen abweisende Rassen. Penida gehört wieder einmal zum Westen.

41. Cinnyris jugularis ornata Lesson. [Cinnyris jugularis ornatus, Nectarinia jugularis; Olive-backed Sunbird]

2 Bälge: Süd-Noesa Penida ♂ ad. (Gonaden 5 mm lang), ♀ ad. (Gonaden 6 mm lang) 24. Februar, 2. März (Nr. 454, 534); Flügel ♀ 49, ♂ 52; Schwanz 29.5, 35.5; mm Culmen 17(!), 16 mm. Im Osten und Westen weit verbreitet (s. die Verbreitungskarte bei Stresemann 1939, S. 407). Die ornata-Gruppe ist westlicher Herkunft.

42. Zosterops intermedia periplecta Hartert. [Zosterops chloris intermedius; Lemon-bellied White-eye]

11 Balge: Süd-Noesa Penida 1 ♂ (Gon. 6 mm lang) 25 Februar; 6 ♂♂ ad. (Gonaden 3 bis 5 mm lang; drei mit etwas Kleingefiedermauser, 1 mit teilweise erneuertem Schwanz), 1 ♂ Jugendmauser (des Kleingefieders, Gonaden 2 mm lang), 3 ♀♀ (1 mit 7 mm langem Ovar, 1 anderes mausert ein wenig das Kleingefieder) 1. bis 3. März (Nr. 461, 505, 506, 507, 533, 543, 544, 545, 547, 548, 555); Flügel ♂♂ 54 (juv.), 56, 57, 58, 59, 60, 60, ♀♀ 57, 58, 59; Schwanz ♂♂ ad. 40 bis 44, ♂ juv. 38, ♀♀ 39, 40, 40.5; Culmen 10 bis 11 mm.

Die vorliegende Serie stimmt völlig mit einem Vogel aus Lombok (terra typica von periplecta) und zwei aus Bali überein. Vögel von den Tausendinseln bei Batavia sind nach Rensch (l. c. 622, Vögel verglichen?) etwas dunkler und lebhafter gezeichnet (maxi Finsch.) Die Rasse periplecta ist also von Lombok, Penida und Bali bekannt geworden, Penida liegt inmitten des Areals.

Ich habe ferner die 13 von Heinrich bei Makassar und im Latimodjong-Gebirge in Süd-Celebes gesammelten Vögel des Berliner und die Makassarserie des Dresdner Museums mit zwei Vögeln aus Zentral-Celebes verglichen und dabei endgültig die schon 1929 (l. c. 447) von mir vermutete Existenz einer besonderen Rasse im nördlichen Mittel-Celebes festgestellt:

Zosterops intermedia erwini nova subsp.

Kennzeichen: Wie Zosterops i. intermedia, aber Oberkörper wesentlich dunkler grün (obwohl ebenso golden grün). Schnabel kürzer. Flügel kürzer.

Typus im Museum für Tierkunde, Dresden C 26921; ♂ ad. Rano Lindoe, Zentral-Celebes, 22. März 1917, Raven leg.; Flügel 53, Schwanz 39, Culmen 9, vom Nasenloch 6.5 mm.

Ein 2. Stück gleichen Fundortes vom 19. März (♀) liegt mir vor, und vor Jahren verglich ich zwei von Doherty in Tawaya an der Paloe-Bali (Basis der (p.364) Nordhalbinsel) gesammelte Vögel des Tring Museums (s. Hartert, Nov. Zool. 4. S.161, 1897).

Flügel von Z. i. intermedia (Mus. Berlin und Dresden: Makassar OO 53, 53, 54, 54, ♂♂ (juv.), 53.5, 54, 55, 55, 55, 55 (juv.), 56, ♀♀ 53, 54, 55, 55, 55 mm; Indrulaman ♂ 56, ♀ juv. 50; Latimodjong juv. 52 mm; also für ad. 53-56 mm. D16 (ad.) = 54.4 mm.; Flügel von Z. i. erwini (2 Maße ♂♀): 53, 52 mm. D23 (ad.) = 52.5 mm.; Flügel von Z. i. kalaotuae: 53-59, D21 = 57.0 mm.; Culmen vom Nasenloch bei Z. i. intermedia 6.8-8 mm, bei erwini 6.5 und 6.5 mm, bei kalaotuae 7.5-8.5 mm.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich darauf hinweisen, daß die geringen Schnabel- und Flügelmaße der Süd-Celebes-Vögel es unmöglich machen, die Vögel von Djampea, Kalao und Bonerate zu intermedia zu rechnen, wie ich es 1929 (S.336) tat. Ihr Flügel misst nämlich 55-59 mm, D6 = 57.2 mm. Ich würde sie jetzt wie Stresemann (Mitt. Zool. Mus. Berlin 15, S.219, 1931), zu Z.i. kalaotuae Meise legen.

Zosterops chloris chloris Bp. von Klein-Kei, den Inseln der Banda-See und Pulu Babi bei Aru (mit tudjuensis und uropygialis) steht doch wohl näher bei der citrinella-Gruppe und damit bei dem Rassenkreis Z. palpebrosa als bei den oben besprochenen, von Zentral-Celebes, den Tukang-Besi-Inseln und Flores bis in die westliche Java-See verbreiteten intermedia-Formen. Z. chloris ist tatsächlich nahe mit der benachbarten Rasse citrinella von Z. palpebrosa verwandt. Der Unterbürzel ist durch gelbe Tönung deutlich von der Rückenfärbung abgesetzt, was für intermedia nicht gilt.

Zosterops palpebrosa ist also nicht nur in drei getrennten Gebieten unterseits gelb geworden, wie Stresemann kürzlich entdeckt hat (Journ. f. Orn. 87, S.156-164, 1939), sondern in vier, nämlich auch im äussersten Osten ihres Bereiches, in der chloris-Gruppe. Bei dieser Deutung und Einordnung von Z. chloris Bp. würde man die Theorie einer Rückwanderung der intermedia-Formen nach dem Westen nicht benötigen, sondern die Entstehung der intermedia-Gruppe aus dem Rassen-kreis Z. palpebrosa auf ökologische Trennung in verschiedenen Höhenstufen der Insel zurückführen. Auf den Inseln, die auch palpebrosa-Rassen beherbergen, lebt Z. intermedia als die jüngere Form in tieferen, Z. palpebrosa in höheren Lagen (s. dazu, was unter Dicaeum maugei gesagt wird, S. 365). Auf Celebes, wo Z. palpebrosa fehlt, dringt übrigens Z. intermedia am Rano Lindoe in höhere Lagen vor.

43. Dicaeum maugei neglectum Hartert. [Red-chested Flowerpecker]

5 Bälge: Süd-Noesa Penida 2 ♂♂ ad. (Gonaden 4 mm lang), 3 ♀♀ (bei einem Gonade 7 mm lang) 23. bis 28. Februar (Nr. 437, 439, 453, 494, 498); Flügel ♂♂ 52, 53 mm, ♀♀ 48, 49.5, 50.5 mm.

Ich vergleich mit einem ausgefärbten ♂ des Berliner Museums aus Lombok (terra typica), das sich in keiner Weise unterscheidet. Der Flügel ist mit 55 mm Länger als bei einer Serie der Tring-Sammlung, deren Maße Ernst Mayr in einem Briefe an O. Neumann wie folgt angegeben hat: ♂♂ aus Lombok, Flügellänge 53, 53.5, 53.5, 54, 54, 54.5, 54.5 mm. Es ergibt sich eine Variationsbreite von 53 bis 55 mm, D8 = 54.1 mm. Für Noesa Penida gilt D2 = 52.5 mm, trotzdem (p.365) möchte ich den Vögeln von Penida keinen besonderen Namen geben, ehe nicht die geringere Grösse bestätigt wird. In einer Fortpflanzungszeit gesammelt, augenscheinlich häufig.

Eine Art, die nur aus dem Gebiet der Kleinen Sunda-Inseln bekannt geworden, ist und in Penida ihre Westgrenze erreicht. Sie ist bisher von Sumbawa und Flores nicht nachgewiesen. Die Beziehungen zu dem weit verbreiteten Dicaeum hirundinaceum möchte ich hier nicht behandeln. Es ist merkwürdig, dass die Vertreter diese D. hirundinaceum auf den Kleinen Sunda-Inseln die höhere Lagen bewohnen. Dasselbe gilt übrigens auch für Zosterops palpebrosa, die auf den Kleinen Sunda-Inseln in den höheren Lagenlebt, während tiefer unten Z. intermedia, eine verwandte Zwischengebietsart, zu finden ist. Die Formen, die mit denen der Grossen Sunda-Inseln am nächsten verwandt sind, bewohnen also bei beiden Formenkreisen das Bergland. Es sind wohl die ursprünglicheren Formen, wahrend die in tieferen Lagen differenzierten stellvertretenden Arten, Dicaeum maugei und Zosterops intermedia, jünger sein dürften (s.a. unter Zosterops intermedia S. 364).

44. Lonchura molucca propinqua (Sharpe). [Black-faced Munia]

4 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, 2 ♂♂ (Gonaden 5 mm lang), 2 ♀♀ Gonade bei einem 5 mm lang) 1. und 2. März (Nr. 501, 502, 503, 525); Flügel ♀♀ 50.5, 51, ♂♂ 51, 52 mm; Schwanz ♀♀ 41, ♂ 43 + x mm; Culmen 10 bis 10.5 mm.

Übereinstimmend mit je einem Stück aus Wawo (Sumbawa) und Flores (Museen Berlin und Dresden), eher noch etwas heller unterseits. Mit deutlich ungebändertem weissen Feld hinter dem schwarzen Kehlschild und sehr schwarzer dunkler Querkritzelung.

Von den beiden Nachbarinsel Bali und Lombok ist diese Art bisher nicht bekannt geworden. Sie kommt aber auch weiter nördlich auf Kangean vor (E. Hartert, Nov. Zool. 9, S. 439, 1902), und zwar in der gleichen Rasse. Die östliche Art ist an diesen beiden Plätzen wohl ein Relikt aus der Zeit, als die Steppen im Sundbogen noch weiter verbreitet waren.

Zur der Verbreitungskarte (s. Abb. 2) vergleiche Meise 1929, S. 440-442 und Stresemann (Journ. f. Ornith. 88, S. 39, 1940). Ich habe die zwischen L. m. vagans und L. m. propinqua vermittelnden Serien zu L. m. vagans gestellt. Auf Tagulandang und Siao lebt die Nominatform, Stücke von den Talaut-Inseln sind anscheinend noch ein wenig dunkler. Ceram-Vögel sah ich nicht.

45. Lonchura leucogastroides (Horsfield & Moore). [Javan Munia]

3 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, ♂ (Gonaden 4 mm lang), ♀ (Gonade 8.5 mm lang) 25. und 27. Februar, Noesa Penida ♀ 7. März (Nr. 464, 485, 596) (p.366); Flügel ♀♀ 50, 50.5, ♂ 49 mm; Schwanz 36 + x, 37, 38; Culmen 10, 10, 9.5 mm.

Oestlich und westlich von Penida (von Süd-Sumatra über Java, Bali, Penida bis Lombok) verbreitet, nach Süd-Sumatra und Lombok vielleicht vom Menschen verschleppt (s. Chasen, 1934, S. 292 und Rensch, 1931, S. 600). Westlicher Herkunft; endemisch in den alten Graslandschaften von Java, Bali und Penida (s. Stresemann, 1939, S.410)

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Image 2 (above): Verbreitungskarte von Lonchura molucca

46. Passer montanus malaccensis Dubois. [Eurasian Tree Sparrow]

4 Bälge: Süd-Noesa Penida ♂ ad. (Gonaden 4 mm lang, abgetragen, Brutzeit), ♀ Beginn der Vollmauser 4 März - Noesa Penida 1 ♂ (Gonaden 4 mm lang, frisches Gefieder ohne Mauser), 1 ♀ Vollmauser 7. März (Nr. 551, 552, 599, 600); Flügel ♀♀ 65, 66, ♂♂ 66, 67.5 + x; Schwanz 48 + x, 49, ♂♂ 50, 51 + x; Culmen 9.5 bis 10 mm.

Der malayische Feldsperling ist sicher vor längerer Zeit nach Penida von Menschen eingeschleppt worden und daher für unsere tiergeographische Untersuchung nicht verwertbar.

47. Anthus novaeseelandiae albidus Stresemann. [Anthus rufulus albidus; Common/Paddyfield Pipit]

2 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, 2 ♂♂ ad. in Vollmauser (Gonaden 3 und 4 mm lang) 1. März (Nr. 511, 512); Flügel 81.5 und 82 mm.

Von Bali bis Flores, auf Sumba und in Süd-Celebes verbreitet (s. Stresemann, Orn. Monatsber. 40, S.47, 1932). Verbreitung: Das östliche Java, Bali, Penida und Lombok.

48. Gracupica melanoptera tertia Hartert. [Sturnus melanopterus; Black-winged Starling]

1 Balg: Noesa Penida Tjeningan 1 ♀ ad. ohne Mauser 10. März (Nr. 621); Flügel 128; Schwanz 70, Culmen 23.5 mm

49. Oriolus chinensis maculatus Vieillot. [Black-naped Oriole]

5 Bälge: Süd-Noesa Penida, 300 m hoch, 2 ♂♂ ad. (Gonaden 6 und 7 mm lang, ohne Mauser). 1 ♀ ad. (Gonaden 6 mm lang, ohne Mauser) 23. bis 28 Februar; Noesa Penida, 1 ♀ imm. ohne Mauser 3. März - Nordwest Noesa Penida, 150 m hoch, 1 ♂ imm. (Gonaden 6 mm lang) 6. März (Nr. 436, 446, 494, 540, 570); Flügel ♀ 135 + x (imm.), 142, ♂ 141 (imm.), 145, 147; Schwanz 90, 96, 90, 98, 99; Culmen 30, 32, 30, 30, 32 mm.

Verglichen mit 7 maculatus-Bälgen von der terra typica Java. Darunter sind nur 2 ♂♂ ad., die etwas blasser gelb auf Rücken und Oberkopf und etwas weniger schwarz am Hinterkopf als die 3 ♂♂ von Penida sind. Das lebhaftere, rötlichere Gelb der letzteren kann als Zeichnen der Annäherung an die östlich in Lombok sich anschließende, aber viel grössere Rasse broderipii aufgefasst werden und findet sich offenbar regelmässig auf Bawean (O. m. insularis Vorderm.). Die Bawean-Rasse muss sich aber nach den Maßen Meinertzhagens (Ibis 1923, S.69) durch etwas längeren Schnabel unterscheiden; Culmen 33-35 bei 4 ♂♂ gegen 29 bis 33 mm bei maculatus. Da ich nur wenige ♂♂ ad. aus Java (vom Papandajan, West-Java, Biesenbach leg., Mus. Berlin) gesehen habe, möchte ich zunächst annehmen, dass die rötlichere Variante auch hier vorkommt. Einwanderung: Von Westen her.

50. Dicrurus hottentottus jentincki (Vorderman) [Hair-crested Drongo]

5 Bälge: S¨s-Noesa-Penida 2 ♂♂ ad. (Gonaden 4 und 5 mm lang, in Vollmauser), 1 ♂ juv. (Gonaden 3 mm lang), 1 ♀ ad. in Vollmauser, 23. Februar bis 5. März - Nordwest-Noesa Penida 1 ♂ ad. in Vollmauser 5. März (Nr. 430, 476, 575, 577, 581); Flügel ♀ 154, ♂♂ 155, 155 (juv.), 159, 161.5 mm; Schwanz (mittelste Schwanzfeder) entsprechend 119, 117, 124, 120, -, zweite Schwanzfeder von aussen 122, 122, 130, 125, 132 mm, längste Schwanzfeder von aussen 122, 122, 130, 125, 132 mm, längste Schwanzfeder 128, 130, 135, 136, 140 mm; Culmen 34, 34, 31 (juv.), 34, 33 mm, Culmen vom Nasenloch 26, 26, 22.5 (juv.), 26, 26 mm.

Obwohl nicht mit Stücken von der terra typica (Kangean) verglichen, handelt es sich wahrscheinlich um diese Rasse, von der Hartert (Nov. Zool. 9, 449, 1902) (p.368) sagt dass sie sich kaum von D. h. pectoralis von den Sula-Inseln unterscheidet. Nur sei die Iris bei alten Tieren weiss statt orange. Ich vergleich darum die vorliegende Serie mit 3 Vögeln von den Sula-Inseln, denen die von Vorderman (Nat. Tijdskr. Ned-Ind. 52, 153, 1893) für jentinki angegebenen haarähnlichen Oberkopffedern fehlen. Sie fehlen auch den Penida-Vögeln. Ich kann daher keinen Unterschied zwischen Kangean- und Penida-Vögeln finden, und Chasen gibt auch Ost-Java und Bali als Bereich dieser Rasse an (1937a, S.305, nach Kloss in: Journ. Fed. Mal, States Musa. 10, 221, 1921). Ein mir vorliegender Vogel des Berliner Museums aus Nord-Bali (Nr. 27.60), v. Plessen leg. 14 Juli 1925) bestätigt diese Angabe: Maße des Flügels 147, der mittelsten Schwanzfeder 114, der längsten 122 mm, des Culmen von der Nasenöffnung 26 mm.

Penida beherbergt also wieder einmal eine westliche Rasse, die auch auf Bali, Ost-Java und Kangean verbreitet ist. Sie gehört wegen ihrer weissen Iris zur leucops-Gruppe, die Stresemann kartographisch dargestellt hat (1939, S.334). Man lese nach, wie sich Stresemann die Wanderung dieser Gruppe über die Makassarstrasse nach Westen und entlang dem zurückweichenden Ostrand des Pleistozänen Sundalandes nach den Tausendinseln vor West-java vorstellt.

51. Corvus macrorhynchus inoptatus Rensch. [Corvus macrorhynchus; Large-billed Crow]

3 Balge: Noesa Penida, 300 m hoch, ♂ Jugendmauser (Gonaden 7 mm lang) ♀ ad. (Vollmauser) 25. und 26. Februar, ♂ ad. (Vollmauser) 5. März (Nr. 466, 477, 579); Flügel ♀ 342, ♂♂ 312 (imm.), 354; Schwanz 199, 176, 206; Culmen 61, 61, 66 mm; Höhe des Schnabels 24, 21.5, 24 mm.

Leider habe ich keinen Raben von der terra typica (Flores), auch keinen von Timor (t.t. von timorensis) verglichen können, aber timorensis scheint nach den Maßen Stresemann (Verh. Orn. Ges, Bayern 12, S.290, 1916) einen kürzeren, vor allem aber niedrigeren Schnabel zu haben (57.5 und 58.5 mm lang, 20.2 und 20.3 mm hoch nach 2 Timorvögeln des Tring-Museums). Auf Rücken und Oberschwanzdecken deutlich blauer, nicht so violett getönt wie 2 Java-Balge (C. m. macrorhynchus) des Dresdener Museums. Das gilt auch für den nicht ausgefärbten Vogel, der ferner auf dem Unterkörper durch denselben Unterschied auffällt, hier sogar etwas nach der grünen Seite ausschlägt. Federgrund im Nacken grauweiss, bei den Javatieren rahmweiss. Penida beherbergt also einen Vertreter aus dem Osten.

D. Allgemeiner Teil

1. Faunistische Auswertung

Arten: Von den aus Penida bisher nachgewiesenen 41 Brutvögeln sind 15 indifferent, d.h. vom asiatischen Festland bis Australien oder Neuguinea verbreitet, 1 tiergeographische nicht verwertbar, da verschleppt, (p.369) 8 östlicher und 16 westlicher Herkunft. Von den 8 östlichen erreichen im Sundabogen 5 auf Penida ihre Westgrenze, 3 kommen auch auf Bali und Java vor. Penida hat relativ so viele östliche Arten wie Lombok und viel mehr als Bali.

Rassen: Von den 41 Brutvogelrassen sind 3 endemisch, darunter Pitta versicolor hutzi östlicher Verwandtschaft, Hypothymis azurea penidae und Collocalia esculenta plesseni intermediär zwischen östlichen und westlichen Formen, etwas mehr westlich als östlich. Von den übrigen Formen finden ihre Westgrenze innerhalb des Sundabogens auf Penida Megapodius freycinet reinwardt, Turnix suscitator powelli, Notophoyx novaehollandiae, Cacatua sulphurea occidentalis, Eurystomus orientalis connectens, Lonchura molucca propinqua 1), Corvus macrorhynchus inoptatus, also 7 Rassen.

Dagegen finden ihre Ostgrenze auf Penida Amaurornis phoenicura javanica, Ducula bicolor 2), Falco s. severus, Centropus bengalensis bengalensis, Halcyon chloris cyanescens, Hirundo tahitica javanica, Copsychus saularis amoenus, Artamus leucorhynchus amydrus, Anthreptes m. malacensis, Oriolus chinensis maculatus, Dicrurus hottentottus jentincki, also 11 Rassen. Nur bei 2 von diesen Rassen fehlt ein Vertreter weiter im Osten, bei einer weiteren bleibt Lombok unbesetzt. In fünf Fällen sind die sich anschliessenden östlichen Vertreter sehr verschieden von der westlichen Formen: Amaurornis, Ducula 3), Falco, Oriolus und Dicrurus. Bei den 4 restlichen Arten sind die Unterschiede nicht gross.

Es gibt sich also, dass bei 22 Arten, die eine Rassengrenze oder Artgrenze unmittelbar östlich oder westlich von Penida aufweisen, penida in 8 Fällen zum östlichen Bereich gehört (zweimal kommt dieselbe Form auch auf Kangean vor), in 11 Fällen zum westlichen Bereich (einmal kommt dieselbe Form noch im Djampea-Archipel vor. Zum östlichen Bereich zählen wir ferner die endemische Pitta, zum intermediären (etwas mehr westlichen) Typ die beiden übrigen Endemischen (s.o.). Zu den westlichen Rassen kann man ferner drei zählen, die auch Lombok bewohnen (Geopelia s. striata, Lonchura leucogastroides und Gracupica melanoptera tertia).

Notes: 1) Auch auf Kangean bezw. kleinen Inseln der Javasee verbreitet.; 2) Nördlich der eigentlichen Sundakette noch weiter ostwärts verbreitet; 3) Ducula rosacea, der Stellvertreter auf den östlichen Sundainseln, gehört sogar einer ganz verschiedenen Art an.

(p.370) Zwischen Java und Sumbawa liegt die Rassen- oder Artgrenze folgender Penida-Vögel.

Art Kangean Java-Bali Penida Lombok-Sumbawa
1. Megapodius freycinet reinwardt   reinwardt reinwardt
17. Notophoyx     novaehollandiae novaehollandiae
22. Cacatua sulphurea     occidentalis occidentalis
31. Pitta versicolor     hutzi concinna
43. Dicaeum maugei     neglectum neglectum 1)
44. Lonchura molucca propinqua   propinqua propinqua 2)
3. Turnix suscitator   suscitator powelli powelli
27. Eurystomus orientalis orientalis 3) orientalis connectens connectens
51. Corvus macrorhynchus macrorhynchus? macrorhynchus inoptatus inoptatus
32. Lalage nigra   sueurii 4) sueurii sueurii
47. Anthus novaeseelandiae   malayansis 5) albidus albidus
26. Collocalia esculenta linchi linchi plesseni (linchi?) 6)
8. Geopelia striata striata striata striata striata 1)
20. Haliastur indus intermedius intermedius 7) intermedius intermedius
24. Eudynamys scolopacea malayana malayana 7) malayana malayana
43. Zosterops intermedia   periplecta 8) periplecta periplecta 9)
45. Lonchura   leucogastroides leucogastroides leucogastroides 1)
19. Falco severus   severus 7) severus (hanieli) 10)
25. Centropus bengalensis bengalensis bengalensis bengalensis sarasinorum
28. Halcyon chloris cyanescens cyanescens cyanescens chloris
31. Hirundo tahitica javanica javanica javanica frontalis
37. Artamus leucorhynchus amydrus amydrus amydrus albiventer
40. Anthreptes malacensis malacensis malacensis malacensis convergens 2)
49. Oriolus chinensis insularis 11) maculatus maculatus broderipii
50. Dicrurus hottentottus jentincki jentincki 12) jentincki vicinus 13)
11. Amaurornis phoenicura javanica javanica javanica leucomelana 14)
6. Ducula bicolor bicolor bicolor  
48. Gracupica melanoptera   tertia 15) tertia tertia 16)
35. Copsychus saularis   amoenus 17) amoenus  

Notes: 1) Von Sumbawa nicht nachgewiesen; 2) Von Lombok nicht nachgewiesen; 3) oder connectens (s.o.); 4) in West- und Mittel-Java brunnescens; 5) Auf Bali albidus; 6) Auf Sumbawa sumbawensis; 7) Nicht von Bali nachgewiesen; 8) Nur auf Bali, auf den Tausend-Inseln bei Batavia, West-Java, maxi (vielleicht nicht unterscheidbar); 9) Auf Sumbawa: sumbawensis; 10) Nur entfernt verwandt, aber geographischer Vertreter; 11) Unterscheidbare Rasse oder gleich maculatus?; 12) Nur im östlichsten Java; 13) auf Sumbawa: bimaënsis; 14) bezw. Uebergangsrasse; 15) nur im östlichsten Java, im übrigen Java G. m. melanoptera; 16) auf Lombok nur einige Stücke von Everett gesammelt, auf Sumbawa fehlend; 17) nur im östlichsten Java, im übrigen Java C.s. saularis.

(p.371) Aus dieser und weiteren Analysen, die hier im einzelnen nicht wiedergegeben werden können, folgt:

Penida ist absolut reicher und relativ viel reicher an östlichen (australisch-papuasischen bezw. celebesisch-floresischen) Elementen als Bali und relativ reicher daran als Lombok.

Abschließend ergibt sich aus der faunistischen Analyse: Penida ist innerhalb des Sundabogens faunistisch gleichwertig mit Lombok und mit dieser Insel zusammenzustellen, von dem näher gelegenen Bali aber abzugrenzen. Der grosse Schnitt durch die Vogelwelt des Sundabogens, den die Wallacesche Linie trotz aller Einwendungen 1) darstellt, führt demnach nicht entlang der tiefsten Meeresrinne zwischen Bali und Lombok, sondern biegt in seinem unteren Teil nach Westen ab, um der Badoengstrasse zwischen Penida und Bali zu folgen.

Zu dem gleichen Ergebnis hat die Untersuchung einiger von Baron Plessen auf Penida gesammelter Landschnecken geführt. Rensch (1938, S.303) folgerte aus ihr, dass "die Lombokstraße zunächst zwischen Penida und Bali und später erst zwischen Penida und Lombok eingebrochen ist". Zwei von den drei Schneckenarten sind nämlich eindeutig östlicher Herkunft, d.h. vom Zwischengebietstyp, die dritte gehört wahrscheinlich einer östlichen Gruppe an.

Für Säugetiere scheint dasselbe zu gelten. Baron Plessen sammelte z. B. als östlichen Vertreter den Fliegenden Hund Dobsonia peroni (E. Geoffr.), der bisher von Sumbawa, Flores, Alor, Wetar und Timor und in besonderer Rasse von Sumbawa nachgewiesen ist (Mertens 1936, S.301). Nach unserer bisherigen Kenntnis gehört diese moosgrüne Fledermaus zu den Arten, die in Lombok fehlen, auf Sumbawa und Penida aber häufig sind.

1) Ich zitiere nur die Einwände jüngster Zeit von De Beaufort 1926, Mertens 1930, Brongersma 1936 und Stresemann 1939 (S.403f.)

2. Oekologisches - a) Klimaunterschiede

Die vorausgehende rein faunistische Analyse leitet zu der Frage, ob die Unterschiede zwischen der Vogelwelt von Bali und Penida vielleicht ökologisch erklärt werden können.

Rensch (1930a, S.210-212) hat anschaulich und eindringlich geschildert, wie stark der Gegensatz zwischen der tropisch feuchten Treibhausluft Balis und der trockenen Landschaft der östlich folgenden Inseln ist. Als er Anfang August (p.372) von dem dürren Sumbawa nach Bali kam, war dort alles grün. Regen- und Trockenzeit sind in Java und Bali wenig verschieden, nur der Süden und Osten dieser Inseln wird vom austrocknenden Südost-Passat in nennenswertem Maße getroffen, und diesem Südost-Passat (Mai bis Oktober) ist auch Penida ausgesetzt, ob in grösserem Maße als West-Lombok, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls scheinen Lombok, Penida und Teile von Süd- und Ost-Bali, weit auf der Leeseite des von Dezember bis März wehenden Nordwest-Monsuns gelegen, ihrem Klima nach in einem Gegensatz zu anderen Teilen Balis zu stehen.

In der Zusammensetzung der Vogelwelt wirkt sich dieser Unterschied nach unserer bisherigen Kenntnis kaum aus. Insbesondere vermissen wir eine nähere Beziehung von Südbali zu Penida und Lombok.

b) Artenzahl

Die Zahl der durch Baron Plessen von Penida bekannt gewordenen Vogelarten (Brutvögel: 19 Arten Passeres und 21 Arten Nonpasseres) ist überraschend gering, wenn man die Vogelwelt der beiden grossen Nachbarinseln in Betracht zieht. Bali beherbergt nämlich mehr als 158 Arten. Lombok 119 Arten (Rensch 1936, S.114, 126). Trotzdem glaube ich nicht, dass zukünftige Forschungen die Artenliste von Penida wesentlich vergrössern werden. Aus ökologischen Gründen fallen zahlreiche Arten der Gebirge und Wälder aus. Aber das genügt zur Erklärung wahrscheinlich nicht, sondern man wird wieder auf die Kleinheit der Insel hinweisen müssen, wie ich das bereits 1930 bei der Bearbeitung der Sammlung Plessen vom Djampea-Archipel getan habe. Damals stellte ich die Zahle der brütenden Singvogelarten einer Reihe von kleinen Inseln zusammen; in der Djampea-Gruppe sind z. B. 20 Passeres nachgewiesen, auf einer Insel höchstens 16, also fast dieselbe Zahl wie auf Penida. Die Krakatau-Gruppe war 1937, 54 Jahre nach der völligen Zerstörung allen Lebens, wieder mit 27 Arten der Landvögel, und zwar übers Meer hinweg, besiedelt worden (Chasen 1937).

c) Geographische Grössenvariation

Bei der Untersuchung der auf Alor, also im Osten des Sundabogens, von Plessen gesammelten Vögel fand Rensch (1929, S.207), dass 6 von 8 endemischen Rassen grösser seien als ihre westlichen Nachbarn in Flores-Lombok. Unter den sich verhaltenden Arten kommt nur eine einzige, nämlich Pitta versicolor, auch auf Penida vor.

(p.373) Sie ist hier abermals verkleinert. Ferner sind auf penida durchschnittlich kleiner als weiter im Osten (meist schon kleiner als auf Lombok) Turnix suscitator, Ptilinopus melanocephalus, Notophoyx novaehollandiae, Centropus bengalensis, Pitta versicolor, Lonchura leucogastroides, Dicaeum maugei und Oriolus chinensis. Das sind insgesamt 9 Arten, die, wenn wir von Penida ausgehen, nach Osten zu grösser werden. Also 22% des Brutvogelbestandes von Penida!

Bei Megapodius freycinet reinwardt fanden wir ebenfalls, dass die westlichen Populationen (von den kleinen Inseln der Java-See) kleiner seien als die auf Penida und ostwärts davon lebenden.

Die entgegengesetzt gerichtete Variation stellte Rensch auf Alor nicht ein einziges Mal fest. Auf Penida gibt es zwei Ausnahmen: Collocalia esculenta ist kleiner als ihr westlicher Nachbar, steht aber als Höhlenbewohner unter besonderen Bedingungen. Auch Dicrurus hottentottus fügt sich gar nicht; der östlich sich anschliessende D. h. vicinus, der allerdings einer anderen Gruppe angehört, ist bedeutend kleiner als jentincki von Penida, Bali, Java und Kangean.

Wir nähern uns demnach, wenn wir dem Sundabogen von Alor aus westwärts folgen, einem "Zentrum" kleinen Wuchses, das Bali, Ost-Java und Süd-Borneo umfasst und dessen Uebergang zu einem anderen Gebiet grösseren Wuchses in Nord-Borneo Ernst Mayr kürzlich dargetan hat (Mayr 1938a).

3. Zur Faunengeschichte und Palaeogeographie

1. Die Vögel Penidas sind entweder aus Bali oder aus Lombok eingewandert. Die höheren systematischen Kategorien, deren Vordringen ins Tertiär zurückreicht, sind grösstenteils aus dem Westen gekommen. Dieser stärkeren Einwanderungen aus dem Westen in älterer Zeit steht eine sehr strake Zunahme östlicher Einwanderung im Diluvium gegenüber. Aus der Analyse des Rassenbestandes ergibt sich eine erneute engere Beziehung nach dem Westen, die also in die jüngste Zeit fällt.

2. Die faunistischen Beziehungen ketten Penida fester an Lombok als an Bali, obgleich die gegenwärtige Breite der trennenden Meeresstrassen das umgekehrte Verhalten erwarten liess. Penida muss früher näher an Lombok gelegen haben. Wenn man das heutige Relief des Meeresbodens zugrunde legt, dann würde die pleistocaene Senkung des Meeresspiegels um 100 m zu fast völligem Verschwinden der Lombokstrasse geführt haben, gleicherweise aber auch der Badoeng-Strasse (zwischen Bali und N. Penida). Die faunistische Analyse spricht (p.374) jedoch dafür, dass an der Stelle, wo die Badoeng-Strasse tiefer als 100 m ist - sie erreicht 210 m Tiefe - eine schmale trennende Wasserstrasse das ganze Pleistocaen überdauert hat, während der südliche Teil der Lombokstrasse erst spät eingebrochen zu sein scheint. War Penida also zunächst für manche östlichen Arten Endpunkt der Wanderung innerhalb der Sundakette, so spielte es später und spielt es jetzt dieselbe Rolle 0für westliche Elemente.

3. Nur von einem Biotop kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass er während der Ausbreitung der östlichen Fauna, zu der Zeit also, als Penida noch mit Lombok zusammenhing, bereits auf Penida zu finden war. Das ist die Grasflur, die sich nach Stresemann (1939, S.412) wohl schon seit dem Pliozän in Ost-Java, Süd-Borneo, auf den Kleinen Sunda-inseln, (Süd-) Celebes, Luzon und in Ost-Neuguinea befunden haben muss. Wären Grasländereien erst nach der Verbindung Penidas mit Bali und nach seiner Trennung von Lombok aufgetreten, so könnten wohl auf Penida nicht Munia molucca und Turnix suscitator powelli, also östliche Grasflurformen, leben. Die Grasflur von Penida wird nicht weit von einer ausgedehnten Grasflur auf Lombok getrennt gewesen sein, und so findet hier die auf Grund einer eingehenden und aufschlussreichen Prüfung der indo-australischen Graslandfaunen von Stresemann aufgestellte Annahme früherer ausgedehnterer Grasflächen eine schöne Bestätigung.

E. Zusammenfassung der Ergebnisse

1. Viktor Baron von Plessen sammelte vom 21. Februar bis 12. März 1938 auf Noesa Penida südöstlich von Bali 177 Vogelbälge, die zu 51 Formen gehören. Drei Formen von Penida und eine von Celebes werden als neu beschrieben und benannt.

2. Die faunistische Analyse des Bestandes an Familien, Gattungen, Arten und Rassen ergab, dass auf Noesa Penida die Zahl der östlichen Familien, Gattungen, Arten und Rassen 8.3, 7.9, 22.5 und 40.0 Prozent, die Zahl der westlicher Familien, Gattungen, Arten und Rassen 0, 12.2, 40.0 und 57.5 Prozent des Gesamtbestandes dieser systematischen Kategorien an Brutvögeln der Insel ausmacht. Auf je 100 westlichen Gattungen, Arten und Rassen würden also 60, 56 und 70 östliche kommen.

3. Der Vergleich dieser Verhältniszahlen mit denen der Nachbar-Inseln Bali und Lombok zeigt, dass Noesa Penida wegen der Höhe der östlichen Anteile und wegen des Fehlens der in Bali häufig vorkommenden typisch indomalayischen Familien zum östlichen Bereich gehört, ja, innerhalb der Sundakette desselben Rang wie Lombok einnimmt.

(p.375) 4. Daraus wird geschlossen, dass Penida zur Zeit Hauptbesiedlung aus dem Osten (wohl im frühen Pleistozän oder noch früher) mit der südwestlichen Halbinsel von Lombok und nicht mit Bali zusammenhing, und dass eine strake Annäherung an Bali erst etwa zur Zeit der pleistozänen Meeresspiegelsenkung eintrat.

5. Der grosse Schnitt durch den Sundabogen ging also ursprünglich nicht durch die Lombokstrasse von Norden nach Süden hindurch, sondern bog im südlichen Teil nach Westen um, so dass Penida östlich dieses Grabens lag und die Badoengstrasse zur Fortsetzung der Lombokstrasse und somit zur Grenzscheide zwischen der asiatisch-malayischen Inselwelt und der indoaustralischen Zwischengebiet wurde.

F. Schriftenverzeichnis (Meise)

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  • Chasen, F.N. (1937a) - A Handlist of Malaysian Birds; Bull. Raffles Mus. 11, S. 1-389
  • Chasen, F.N. (1937b) - On a collection of Birds from the Krakatau Group of Island Sunda Strait; Treubia 16, S. 245-259
  • Kuroda, Nagamichi (1934 und 1936) - Birds of the Islands of Java, 794 S., 2 Bände, Tokyo
  • Hellmayr, C.E. (1914) - Die Avifauna von Timor. Zoologie von Timor 1. Lief. Stuttgart, 112 S.
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  • Rensch, Bernhard (1930a) - Eine biologische Reise nach den Kleinen Sunda-Inseln. 236 S. Berlin
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  • Rensch, Bernhard (1931b) - Über einige Vogelsammlungen des Buitenzorger Museums von den Kleinen Sunda-Inseln; Treubia 13, S.371-400
  • Rensch, Bernhard (1936) - Die Geschichte des Sunda-Bogens. Eine tiergeographische Untersuchung. 318 S. Berlin
  • Rensch, Bernhard (1938) - Landschnecken von der Insel Penida; Zool. Anz. 123, S.302-306.
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  • Stresemann, E. (1939-1940) - Die Vögel von Celebes Teil I und II; Journ. f. Ornith. 87, S. 299-425 - Teil III 1 und 2 ebenda 88, S. 1-135, 389-487
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References

Source

  • Meise, Wilhelm (1941) - Ueber die Vogelwelt von Noesa Penida bei Bali nach einer Sammlung yon Baron Viktor von Piessen; in: Journal für Ornithologie, 89. Jahrgang, Heft 4, Oktober 1941; Berlin 1942; p.345-367

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